Hochwasser-Maßnahmen: In Mittersill war Projekt in Planung

13. Juli 2005, 18:17
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Aber noch nicht umgesetzt - Zahlreiche Maßnahmen beim Hochwasserschutz seit 2002

Seit der verheerenden Hochwasserkatastrophe von 2002 seien in Österreich zahlreiche Maßnahmen in punkto Hochwasserschutz gesetzt worden, sagte am Dienstag Wolfgang Stalzer, Sektionschef für den Bereich Wasser im Landwirtschaftsministerium. In der nun überfluteten Gemeinde Mittersill sei indes ein Hochwasserschutzprojekt in Planung gewesen, aber noch nicht umgesetzt worden.

Die Maßnahmen reichen vom Klimaschutz bis zum verbesserten Katastrophenmanagement ebenso wie vom Ausbau von technischen Schutzbauten bis zum Anpassen von Raumordnungsplänen. Auch die Bevölkerung selbst könne und müsse einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten, meinte Stalzer. So könnten etwa gegen Hochwasser gesicherte Öltanks, Kellertüren oder auch Kanalrückschlagklappen großen Schaden verhindern.

Ökologische Maßnahmen

Daneben werden auch ökologische Maßnahmen durchgeführt, etwa die Schaffung von Überflutungsflächen oder Rückhaltebecken. Davon dass diese Vorkehrungen insgesamt auch greifen, gab sich Stalzer überzeugt. Nicht indes in der Pinzgauer Marktgemeinde Mittersill. Dort ist zwar ein Projekt zum Hochwasserschutz in Planung, es sei aber bisher noch nicht realisiert worden, da die Umsetzung von der Gemeinde nicht beantragt wurde. Mittersill hatte den Kampf gegen die Wassermassen in der Nacht auf Dienstag kurz nach 1.30 Uhr verloren. Am Vormittag herrschte dort Ausnahmezustand.

Im August 2002 war durch das Jahrhunder-Hochwasser in Österreich Schäden in einer Größenordnung von rund drei Milliarden Euro entstanden. Neun Menschen ließen damals ihr Leben. Das Umweltministerium stellt jährlich 47 Millionen Euro für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Das Verkehrsministerium stellt im Jahr 2005 rund 30 Millionen Euro und im kommenden Jahr rund 36 Millionen Euro zur Umsetzung umfangreicher Förderungsprogramme bereit. (APA)

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