Deutschland: Wettbewerb auch bei Handys ausdrücklich erwünscht

19. Juli 2005, 10:22
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Regulierer weist Beschwerde von Mobilcom gegen E-Plus-Billigangebot zurück

Wettbewerb durch neuartige Mobilfunk-Produkte ist nach einer Entscheidung der deutschen Regulierungsbehörde nicht nur zulässig, sondern "prinzipiell erwünscht". Die Behörde wies am Dienstag in Bonn eine Beschwerde des Mobilfunkanbieters Mobilcom gegen das Billigangebot "simyo" des Netzbetreibers E-Plus zurück.

Kenntnis

Mobilcom hatte nach Angaben der Regulierungsbehörde geltend gemacht, E-Plus hätte das Billigangebot nicht einführen dürfen, ohne vorher die Diensteanbieter in Kenntnis zu setzen und ihnen zu ermöglichen, zeitgleich eigene Angebote auf den Markt zu bringen. Die Regulierungsbehörde mochte einer solchen Einschränkung nicht folgen. "Vorstoßender Wettbewerb" wie im Fall von "simyo" sei "ein prinzipiell wünschenswerter Ausdruck wettbewerbskonformen Verhaltens", erklärte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth.

Produktinnovation

Bei dem Simyo-Angebot handele es sich nicht lediglich um einen neuen Tarif, sondern um eine Produktinnovation, unterstrich der Regulierer. Durch den Verzicht auf kostenträchtige, bisher übliche Komfortmerkmale unterscheide es sich in wesentlichen Details von herkömmlichen Prepaid-Angeboten. "Über betriebswirtschaftliche Interessen einzelner Unternehmen hinaus liegt die Einführung innovativer Produkte aber im öffentlichen Interesse an einer Stimulierung des Wettbewerbs", betonte Kurth. Den Mobilfunknetzbetreibern müssten daher Anreize verbleiben, neue Ideen mit einem gewissen zeitlichen Vorsprung zu vermarkten.

E-Plus hatte Ende Mai die Marke "simyo" als "ersten deutschen Mobilfunk-Discounter" auf den Markt gebracht. Ähnlich wie bei Billigfliegern läuft der Vertrieb ausschließlich über das Internet, eine Service-Hotline rund um die Uhr und subventionierte Handys gibt es nicht. (APA/AP)

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