Volkshilfe Beschäftigung fordert Maßnahmen gegen Frauenarbeitslosigkeit

12. Juli 2005, 13:45
posten

Aufwertung von "typischen" Frauenjobs ebenso nötig wie spezielle Förderinstrumente für Unternehmen bei Einstellung von Frauen über 45

Der aktuelle IHS-Bericht zur Arbeitsmarktsituation von Frauen bestätige die Erfahrungen der Volkshilfe Beschäftigung, so der Verein in einer AUssendung. Insbesondere für den Wiedereinstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt brauche es mehr spezifische Angebote und Maßnahmen, die individuelle Einstiegshilfen leisten. Eine Möglichkeit, die vielerprobt und erfolgreich ist, wäre etwa die Schaffung von zusätzlichen Plätzen in sozialökonomischen Betrieben (so genannter 2. Arbeitsmarkt), die auf die Bedürfnisse von Frauen und deren Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zugeschnitten sind.

Volkshilfe Beschäftigung betreibt etwa mit Volkshilfe MERIT eine derartige Einrichtung, auch in den sozialökonomischen Betrieben Volkshilfe BOX und Volkshilfe WÜRFEL wird besonders auf die Bedürfnisse von Frauen bei Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess Acht genommen.

Keine Boni für Frauen

Die prekäre Situation von Frauen - nicht zuletzt durch "atypische" Beschäftigungsverhältnisse - sei auch ein Hauptgrund für die zunehmende Frauenarmut, so die Volkshilfe. Festgehalten werden müsse, dass Frauen durch die letzte Steuerreform kaum profitieren, da sie zu wenig verdienen, andererseits sie durch die Belastungen deutlich getroffen werden, jede sechste Alleinerzieherin weder Kindesunterhalt noch Unterhaltsvorschuss erhält und nicht einmal ein Arbeitsplatz für viele Frauen einen Ausweg aus der drohenden Armut darstellt, da Frauen im Durchschnitt rund 40 Prozent weniger verdienen als Männer und 72 Prozent der "WenigverdienerInnen" (= trotz Arbeit kein existenzsicherndes Einkommen) Frauen sind. 200.000 Frauen leben in Österreich in akuter Armut, fast dreimal soviele an der Armutsgrenze.

Forderungskatalog

Die Forderungen der Volkshilfe Beschäftigung sind die Schaffung von existenzsichernden (Vollzeit)Arbeitsplätzen statt zunehmend prekären Arbeitsverhältnissen und "neuer Selbständigeit", mehr Mittel für Kinderbetreuungseinrichtungen und darüber hinaus Betreuungszeiten die mit der Lebensrealität (und den Arbeitszeiten) von Frauen übereinstimmen. Auch die Förderung von betrieblichen Kindesbetreuungseinrichtungen sowie Kostenübernahme für flexiblere Betreuungszeiten durch jene, die von Arbeitszeitflexibilisierungsmaßnahmen profitieren, wären angebracht, ebenso wie die Schaffung spezieller Förderinstrumente für die Unternehmen bei der Einstellung von Frauen über 45 Jahren.

Generell sei eine Aufwertung von "typischen" Frauenberufen (zB Gesundheits- und Sozialbereich) sowohl finanziell als auch in der öffentlichen Anerkennung die Basis. Weiters ist aus Sicht von Volkshilfe Beschäftigung endlich auch ernsthaft über die Einführung einer Grundsicherung für alle zu diskutieren.

Über die Volkshilfe Beschäftigung

Volkshilfe Beschäftigung, gemeinsam von der Volkshilfe Österreich und der Volkshilfe Wien gegründet, ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel einer nachhaltigen Integration von arbeitslosen und behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt. Volkshilfe Beschäftigung arbeitet im Auftrag des Arbeitsmarktservice Wien, des Bundessozialamtes für Wien, Niederösterreich, Burgenland, der Stadt Wien und des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF). (red)

Share if you care.