Rice beharrt auf Atom-Verzicht Nordkoreas

18. Juli 2005, 08:31
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US-Außenministerin sieht darin einzige Chance für Erfolg der Sechs-Parteien-Gespräche - Südkorea will Strom liefern

Tokio - US-Außenministerin Condoleezza Rice macht einen Erfolg der Atomverhandlungen mit Nordkorea von der Bereitschaft Pjöngjangs zum Verzicht auf sein Nuklearwaffenprogramm abhängig. "Ohne eine solche Entscheidung können die Gespräche nicht erfolgreich sein", sagte Rice am Dienstag nach einer Unterredung mit ihrem japanischen Kollegen Nobutaka Machimura in Tokio.

Die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm sollen am 25. Juli in China fortgesetzt werden, nachdem die Regierung in Pjöngjang am Wochenende ein Ende ihres einjährigen Boykotts angekündigt hatte. An den Verhandlungen mit Nordkorea nehmen neben den USA Japan, China, Russland und Südkorea teil. Vor der Fortsetzung der Gespräche wollen Japan, Südkorea und die USA am Donnerstag in kleiner Runde beraten, wie ein Regierungssprecher in Tokio am Dienstag mitteilte.

Vermittlungsangebot

Die Rückkehr Nordkoreas an den Verhandlungstisch ist offenbar von einem Vermittlungsangebot Südkoreas beeinflusst worden. Wie der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong Young am Dienstag in Seoul mitteilte, bot seine Regierung dem kommunistischen Norden als Anreiz für die Wiederaufnahme der Verhandlungen Hilfe bei der Energieversorgung an. Wenn Pjöngjang sich bei den Gesprächen zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm bereit erkläre, werde Südkorea den Norden mit Strom versorgen.

Zugleich kündigte die Regierung in Seoul am Dienstag die Lieferung von 500.000 Tonnen Reis nach Nordkorea an, um die Versorgungskrise dort zu lindern. Die Vereinbarung wurde bei Wirtschaftsgesprächen zwischen Vertretern beider Seiten erzielt. Es ist die größte Lebensmittellieferung Südkoreas in den Norden seit fünf Jahren.

Ein chinesischer Sondergesandter reiste unterdessen am Dienstag zur Vorbereitung der neuen Atomgespräche nach Pjöngjang. Einzelheiten nannte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums nicht. (APA/AP)

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