Grenzüberschreitender groß angelegter Versicherungsbetrug aufgedeckt

13. Juli 2005, 08:29
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Tätergruppe soll vorwiegend in Deutschland Verkehrsunfälle fingiert haben

Ein grenzüberschreitender groß angelegter Versicherungsbetrug ist nun aufgedeckt worden. Das teilte Rudolf Keplinger vom Landeskriminalamt für Oberösterreich am Dienstag mit. Eine große Tätergruppe soll vorwiegend in Deutschland, aber auch in Österreich Verkehrsunfälle untereinander abgesprochen und Versicherungen geprellt haben. Nach bisherigem Ermittlungsstand belaufe sich die Schadenssumme auf 250.000 Euro. Unter den Tatverdächtigen befinden sich laut Keplinger auch zwei in Oberösterreich wohnhafte Männer.

"Ein paar Hundert" fingierte Verkehrsunfälle

Insgesamt sollen alle Tatverdächtigen "ein paar Hundert" Verkehrsunfälle fingiert haben. Ein 41-jähriger gebürtiger Deutscher und ein 21-Jähriger Oberösterreicher - beide wohnen im Land ob der Enns - sollen 60 Verkehrsunfälle abgesprochen und dafür die Versicherung kassiert haben. Aufgeflogen ist der Betrug, weil eine deutsche Versicherungsgesellschaft in ungewöhnlich vielen Fällen Schadenersatz zu leisten hatte. Als Geschädigte oder Verursacher schienen immer die selben Personen auf. Eine österreichische Versicherung sei nicht zu Schaden gekommen.

Hausdurchsuchungen

Bei den Verdächtigen seien Hausdurchsuchungen durchgeführt und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, so die Kriminalisten. Der Deutsche, der bereits mit europäischem Haftbefehl gesucht wurde, wurde verhaftet und der Kriminalpolizei Deutschland übergeben. Der 21-jährige Oberösterreicher wurde auf freiem Fuß angezeigt, so Keplinger. Auch die Täter in Deutschland wurden großteils verhaftet. (APA)

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