Feuer rottete Australiens Riesen aus

19. Juli 2005, 17:03
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Die ersten Siedler auf dem Südkontinent zerstörten durch Brandrodung das Landschaftsbild: Die meisten Großtiere starben aus

Washington DC - Nach den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen waren es die ersten Siedler vor 10.000 bis 50.000 Jahren, die der Tier- und Pflanzenwelt Australiens großen Schaden zugefügt haben. Feuer haben das Aussehen des Fünften Kontinents jedenfalls nachhaltig verändert und vor allem die großen Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten vernichtet, berichten die Forscher der Carnegie Institution in Washington DC in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

Eierschalen, die von Wissenschaftlern um Marilyn Fogel gefunden und analysiert wurden, weisen daraufhin, dass die Vögel, die am Fünften Kontinent lebten, plötzlich andere Nahrungsmittel zu sich nahmen. "Menschen stehen tatsächlich unter Verdacht, diese Welle an Massensterben verursacht zu haben", so Fogel, die mit dieser Theorie allerdings alleine ist. Andere Forscher nehmen an, dass es verschiedene und komplexe Ursachen für das plötzliche Sterben gegeben hat. Dazu zähle auch ein plötzlicher Klimawechsel.

Unflexible Arten starben aus

Das Forscherteam um Fogel hatte Fragmente von fossilen Vogeleiern über den gesamten Kontinent untersucht. Manche der Proben waren über 140.000 Jahre alt. Besonders interessant war für die Wissenschaftler ein Vorfahre des heutigen Emu (Dromaius novaehollandiae) und einem flugunfähigen Vogel namens Genyornis newtoni, der inzwischen ausgestorben ist. Anhand der Radio-Karbon-Isotope konnten sie feststellen, wie sich die Nahrung der Tiere plötzlich veränderte. Die Veränderung der Nahrung war bedingt durch das Brandroden der Siedler und eine plötzlich andere Pflanzenwelt. "Dies haben nur jene Tiere überlebt, die flexibel in ihrem Diätplan waren", erklärt Gifford Miller von der University of Colorado in Boulder.

Koexistenz bis vor 30.000 Jahren

Andere Forscher sind weiterhin der Meinung, dass es eine friedliche Koexistenz der ursprünglichen Fauna Australiens und den ersten Menschen gegeben habe. Zahlreiche Fossilenfunde wie etwa jene in Cuddie Springs, Neusüdwales, würden dies deutlich machen. Erst vor 30.000 Jahren kam es zur Versteppung und Wüstenbildung. (pte)

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