Zeuge: Ermordung Djindjics war Idee von "Legija"

14. Juli 2005, 12:44
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Regierungschef wurde demnach auch aus Angst vor Auslieferung an UNO-Kriegsverbrechertribunal ermordet

Belgrad - Die Entscheidung, den serbischen Regierungschef Zoran Djindjic zu ermorden, habe der einstige Kommandant der serbischen Sonderpolizeieinheit "Rote Barette", Milorak Ulemek (früher Lukovic) "Legija", gefasst. Wie die Belgrader Tageszeitung "Blic" berichtet, hat dies einer der Angeklagten im Fall der Ermordung Djindjics gegenüber dem Staatsanwalt erklärt. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ende vergangener Woche den Status eines geschützten Zeugen für den angeklagten Dejan Milenkovic "Bugsy" beantragt.

Milenkovic zufolge habe "Legija" seinen Beschluss gefasst, nachdem klar geworden sei, dass seine Rolle bei der Ermordung von vier Spitzenpolitikern der Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO) im Oktober 1999 und des serbischen Präsidenten Ivan Stambolic im August 2000 ans Tageslicht kommen werde. Er wollte auch seine eventuelle Auslieferung an das UNO-Kriegsverbrechertribunal verhindern, so "Bugsy".

Schütze Zveki

Djindjic wurde laut Anklage im März 2003 am Eingang in das Regierungsgebäude vom damaligen stellvertretenden Kommandanten der Sonderpolizeieinheit "Rote Barette", Zvezdan Jovanovic "Zveki", erschossen. An dem Mordangriff waren demnach noch mehrere Angehörige der Polizeieinheit sowie einer Belgrader Mafia-Gruppe, zu welcher auch "Bugsy" gehörte, beteiligt.

Milenkovic selbst war der Hauptakteur des Attentatsversuches auf Djindjic drei Wochen vor seiner Ermordung. Er saß am Lenkrad jenes Lkw mit österreichischem Kennzeichen, der gegen den Dienstwagen von Djindjic zu prallen versuchte. "Bugsy" wurde nach dem Vorfall festgenommen, um schon einen Tag später wieder freigelassen zu werden. Danach tauchte er unter und wurde im vergangenen Sommer in Griechenland festgenommen und an Belgrad überstellt. (APA)

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