Die "Herausforderung Linux" verstehen

26. Juli 2005, 13:35
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Der Softwareriese zeigt auch Vorteile von Open Source: Flexibel aber kompliziert

Für eine Überraschung sorgte der Softwarekonzern Microsoft bei seiner alljährlichen internationalen Partnerkonferenz: Am Programm stand nämlich der Workshop "Linux und Open Source: Die Herausforderung verstehen". ("Linux and Open Source: Understanding the Competitive Challenge").

Windows und Linux

Neben Möglichkeiten zum Ausprobieren von KDE und Vorführungen eines Apache Web Servers wurde auch ein Vergleich zwischen Windows und Linux geboten. Dabei betonte Don Johnson, Systemadministrator für Techstream, dass Windows seiner Meinung nach mehr auf Integration und Linux mehr auf modulare Flexibilität setze. Linux sei wesentlich flexibler als Windows, da der Quellcode verändert und je nach Bedarf neu kompiliert werden könnte: "Der Preis dafür ist jedoch eine sehr hohe Komplexität und ein Mangel an maßgeschneiderter Integration für Open-Source-Anwender".

Für Experten?

Für Johnson war weiters klar, dass Linux mehr für Experten gedacht sei, Windows hingegen von Grund auf anwenderfreundlich angelegt ist. Allerdings gebe es "im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Linux eine steile Lernkurve."

Wechsel

Schließlich wurden in dem Workshop die Vorteile proprietärer und offener Architekturen dargestellt. Johnson zu folge würden viele Anwender einen Wechsel zu Linux in Erwägung ziehen, um sich aus einer Herstellerabhängigkeit zu befreien. Allerdings gebe es durchaus auch bei Linux Einschränkungen, der Wechsel von Red Hat und Novell sei etwa gar nicht einfach: "Es ist wesentlich schwieriger als es die meisten Distributoren ihre Kunden glauben machen wollen."

Spekulationen

Der Workshop nährt nun Gerüchte um eine mögliche Strategieänderung von Microsoft im Umgang mit der Open Source Konkurrenz. Bisher hatte man vor allem im Rahmen der "Get the Facts Kampagne" scharf gegen freie Software geschossen und auch im Rahmen des Problemfeldes der Rechtssicherheit wurde gegen Linux mobilisiert.

In jüngster Vergangenheit wurde allderings schon bei einem Treffen von Microsoft Chef Steve Ballmer und Red Hat-Chef Matthew Szulik wurde über ein "Tauwetter" spekuliert.(red)

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