Deutsche Zeitungsverlage steigern Umsatz erstmals nach drei Jahren

19. Juli 2005, 16:11
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Einbruch beim Anzeigen- und Beilagengeschäft gestoppt

Die deutschen Zeitungsverlage haben nach drei verlustreichen Jahren 2004 wieder ein Umsatzplus erzielt. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger wies am Dienstag jedoch darauf hin, dass die Umsatzentwicklung trotz der Steigerung um ein Prozent dem Niveau von 1994 entspreche. Es sei gelungen, die Einbrüche im Anzeigengeschäft zu stoppen, doch bestehe kein Grund zum Jubel, erklärte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Die Anzeigenumsätze seien vergleichbar mit denen von 1990/91.

Die Gesamterlöse stiegen laut BDZV um 88 Millionen Euro auf rund neun Millarden Euro. Während die Vertriebsumsätze mit 4,2 Milliarden Euro stabil geblieben seien, sei das Anzeigen- und Beilagengeschäft um 1,3 Prozent auf 4,74 Milliarden Euro gestiegen. Als Hauptursache für das anhaltend schwache Anzeigengeschäft nannte Wolff die unverändert schlechte Wirtschaftslage. Solange die Konjunktur nicht anziehe, werde sich auch im Werbegeschäft nur wenig bewegen.

Zeitungsunternehmen müssen sich auch mit Konkurrenz des Internet auseinander setzten

In den ersten vier Monaten des Jahres 2005 seien die Anzeigenumfänge lediglich um 0,3 Prozent gestiegen. Wolff wies darauf hin, dass die Zeitungsunternehmen sich auch mit der Konkurrenz des Internets auseinander setzen müssten.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres sind die Zeitungsauflagen laut BDZV um 3,27 Prozent auf 27,4 Milione Exemplare zurückgegangen. Während die überregionalen Zeitungen eine stabile Auflage meldeten, hätten die lokalen und regionalen Zeitungen ein Minus von 2,33 Prozent hinnehmen müssen.

Der Verband zeigte sich besorgt über die Diskussion um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Vertriebserlöse dürfe auf keinen Fall angetastet werden, forderte Wolff. In der Vermittlung von Nachrichten und Meinungen erfüllten die Zeitungen eine gesellschaftliche Funktion. Der BDZV warnte auch vor einer Abschaffung der Steuerfreiheit für Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge. Presseprodukte müssten unter erschwerten Bedingungen nachts und an Sonn- und Feiertagen produziert und zugestellt werden. Diese Leistung diene dem Allgemeinwohl. (APA)

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