Ullrich mit Schmerzen: "Jetzt erst recht"

12. Juli 2005, 17:31
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"Hatte niemals den Gedanken, die Tour aufzugeben", Deutscher erlitt u.a. Rippenprellung

Voreppe - "Bruchpilot" Jan Ullrich ist nicht kleinzukriegen. "Ich hatte niemals den Gedanken, die Tour aufzugeben. Jetzt erst recht", meinte der deutsche T-Mobile-Kapitän, der am Montag nach seinem zweiten Sturz innerhalb von neun Tagen aussah, wie ein Boxer nach einem harten Kampf. Zwei kleinere Schwellungen über dem linken Auge waren am ersten Tour-Ruhetag die sichtbaren Blessuren des Sturzes vom Vortag, als Ullrich bergab in einer Linkskurve mit "etwa 60 Stundenkilometer" in den Graben stürzte und sich mehrmals überschlug.

"Armstrong hat gewartet - dafür Chapeau", lobte Ullrich die Fairness des Titelverteidigers, der am Dienstag auf der ersten Alpenetappe zum großen Angriff blasen könnte. "Eine Rippenprellung, die ihn beim Atmen behindert, und zahlreiche Prellungen anderer Art am Körper", lautete am Fuß der Alpen in Voreppe die Diagnose von Teamarzt Lothar Heinrich. Am Morgen war durch eine Röntgenaufnahme in einer Privatklinik in Grenoble ausgeschlossen worden, dass der Pechvogel Brüche davongetragen hat.

"Ich habe drei Stunden trainiert. Beim tief Luftholen habe ich Schmerzen, aber ich hoffe, morgen ist es besser", sagte Ullrich auf einer Pressekonferenz vor zehn Kamerateams und rund 100 Journalisten. "Die Schmerzen bei Rippenprellungen sind die gleichen wie bei einem Bruch", beschrieb Heinrich die Probleme von Ullrich: "Morgen auf der ersten großen Bergetappe nach Courchevel wird es sich zeigen, wie er das unter Belastung verkraftet."

Mit Hilfe seiner Physiotherapeutin und eines Akkupunkteurs sollen seine Schmerzen gelindert werden. "Ich bin weiter optimistisch", meinte der im Moment auf Platz acht liegende Ullrich. Einen Tag vor Beginn der Tour am Atlantik war er bei einer Trainingsfahrt durch das Heckfenster seines Begleitwagens gestürzt und hatte dabei eine Schnittwunde am Hals davongetragen. "Ich hoffe, das war's jetzt mit meinen dramatischen Auftritten", sagte Ullrich, der weiter auf das hauseigene, starke Dreier-Team setzt: "Winokurow, Klöden und ich können Lance attackieren."

Sein ganzes Augenmerk liegt weiter auf Rekordsieger Armstrong, vor seinem starken Team-Kollegen Alexander Winokurow fürchtet er sich nicht. "Versuche von außen, uns gegenseitig aufzuhetzen, werden nicht erfolgreich sein."(APA/dpa)

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    Die Team-Doktoren begutachten das Röntgen von Jan Ullrich.

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