Wissenschaftlicher Kampf gegen Lampenfieber

18. Juli 2005, 13:03
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Neues Institut für Musikermedizin in Freiburg soll sowohl der Forschung und Lehre als auch der Krankenversorgung dienen

Freiburg - Lampenfieber, Bühnendruck, Stimmverluste oder Ohrenschmerzen - die typischen Leiden von Musikern sollen künftig in Freiburg ärztlich untersucht und behandelt werden. Das neue Institut für Musikermedizin (FIM) solle vor allem für die Forschung und Lehre, aber auch für die Krankenversorgung von Nutzen sein, erklärten das Wissenschaftsministerium und die Universität Freiburg am Montag. Für einen Zeitraum von fünf Jahren sollen zwei neue Professorenstellen für das Projekt an der Musikhochschule und am Universitätsklinikum bereitgestellt werden.

Das Fach Musikermedizin sei bisher an keiner Medizinischen Fakultät in Deutschland vertreten, hieß es weiter. Einen Schwerpunkt werde das FIM ab Oktober bei der Vorbeugung musikerspezifischer Beschwerden ebenso wie in der psychologischen Betreuung und Gesprächstherapie haben. Wirbelsäulenschäden gehörten ebenso zu den Gesundheitsrisiken wie Ekzeme, Schwerhörigkeit und selbst grüner Star.

Nach Angaben der Universität leiden bis zu drei Viertel aller Orchestermusiker unter beruflich bedingten körperlichen und psychischen Beschwerden. Ende der neunziger Jahre seien 13 Prozent der aktiven Orchestermusiker wegen Berufsunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand getreten, zitierte eine Sprecherin aus einer Untersuchung. Bundesweit sind allein im Bereich der klassischen Musik 40.000 Musiker professionell tätig. (APA/dpa)

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