Finanzminister der Euro-Gruppe beraten über Risiken des Ölpreises

11. Juli 2005, 23:22
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Die Finanzminister der zwölf Euro-Länder wollen zudem ihre Kollegen aus Italien und Portugal zu mehr Haushaltsdisziplin ermahnen

Brüssel - Die Finanzminister der Eurogruppe - darunter Österreich - sind am Montagabend in Brüssel zusammengekommen, um über die Gefahren des hohen Ölpreises für die Konjunktur zu beraten.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sagte vor dem Treffen, dass ein anhaltende hoher Ölpreis die Eurozone mindestens 0,2 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten könne.

Zuletzt hatte die Kommission im Frühjahr ihre Wachstumsprognose für 2005 schon von 2 auf 1,6 Prozent gesenkt. Dabei war ein Ölpreis von etwa 50 Dollar (41,6 Euro) unterstellt worden. Danach stieg der Preis zeitweise auf gut 60 Dollar.

Mahnungen an Italien und Portugal

Die Finanzminister der zwölf Euro-Länder wollen zudem ihre Kollegen aus Italien und Portugal zu mehr Haushaltsdisziplin ermahnen. Beide Länder stehen wegen zu großer Defizite am Beginn von Strafverfahren nach dem EU-Stabilitätspakt.

Der italienische Minister Domenico Siniscalco nannte in Brüssel das von der Kommission Ende Juni vorgeschlagene Vorgehen zum Schuldenabbau akzeptabel. Die Kommission will Italien auf Basis des gelockerten Euro-Stabilitätspakt bis 2007 eine Schonfrist einräumen.

Danach muss die Regierung in Rom die Neuverschuldung wieder unter die Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken. Der italienische Minister ging davon aus, dass alle EU-Finanzminister an diesem Dienstag das Defizit-Verfahren und die Sparforderungen bestätigen. (APA/dpa)

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