
Chris Martin von Coldplay in einem raren Moment der wirklichen Hingabe. Der Rest des Österreich- Debüts wirkte dagegen reichlich routiniert.
St. Pölten/Hofstetten - "Is everybody okay on the hill up there?", erkundigte sich ein bereits warmgespielter Chris Martin. Der ferne Hügel, an dessen Besucher sich Martins Frage adressierte, war außerhalb des Konzertgeländes. Also dort, wo man kein Ticket brauchte, dank zweier großer Videoschirme und einer das ganze Tal bedienenden Soundanlage auch als Zaungast nicht gerade schlecht bedient wurde.
Schon an dieser Geste merkte man deutlich: es menschelt. Und natürlich fand der 28-jährige Brite auch Dankesworte für jenes Publikum, das ihm und seinen drei Mitstreitern bei ihrem ersten Österreich-Auftritt nahe und näher sein wollte: "Danke, dass ihr diesen ganzen Dreck, den Regen und die Fahrt hierher auf euch genommen habt, nur um uns zu sehen." Jubel, Applaus, Rührung.
Und dann eine Ankündigung, die im britischen Wetter auch solchen Humor transportierte: "Dieser Song macht vielleicht mehr Sinn, wenn wir das nächste Mal in Österreich spielen - Warning Sign." Dieses Warnschild ignorierten die hier versammelten Fans - und werden es wohl auch in Zukunft tun.
Denn Coldplay, die mit ihrem zwölf Millionen Mal verkauften Debüt Parachutes (2000) und dem nicht viel weniger erfolgreichen Nachfolger A Rush Of Blood To The Head (2002) zu Superstars aufstiegen, gaben den im knöcheltiefen Schlamm eines von tagelangem Regen verwüsteten Boden stehenden Besuchern, was diese nicht nur angesichts der Konzertumstände von ihnen heiß ersehnten: Trost, Rat - und Halt.
Coldplay gelten als Vertreter einer neuen, selbstbewussten Sensibilität im britischen Pop. Nachdem in den 90er-Jahren Angebertypen wie die Brüder Gallagher von Oasis den Ton anzugeben schienen, war es um die Jahrtausendwende Zeit für eine Neuorientierung. Wobei neu eine Rückbesinnung auf alte Helden und deren Formeln bedeutete. Bands wie Coldplay, Travis oder Starsailor scheuten sich in ihrer Liederkunst nicht mehr davor, in zum Teil weinerlichen Waschlappensongs Selbstfindung ohne Rücksicht auf eventuelle Imageschäden zu betreiben.
Fleischer und Zweifler
Dass damit durchaus Karriere zu machen ist, lebten damals bereits Radiohead vor, die mit Thom Yorke als sich selbst zerfleischendem Zweifler diesen Typ Frontmann reetablierten. Formal bedienen sich Coldplay bei den Errungenschaften von Vorgängern wie Echo & The Bunnymen: zerbrechliches Pathos, das flirrende Gitarren in die Höhe treibt, während ein sattes Rhythmusfundament die Erdung übernimmt.
Mit dieser Ästhetik momentan auf Welteroberungskurs, spielten die vier alte und neue Hits wie Yellow, In My Place, The Scientist, Clocks oder Fix You und Speed Of Sound vom aktuellen Album X&Y. Martin, der mit der Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow verheiratet und Vater einer Tochter ist, wechselte dafür zwischen Klavier, akustischer und Stromgitarre. Doch selbst wenn er an den Tasten sitzend heftig den Hocker ritt, stellte sich im Verlauf des Konzerts schon überdeutlich heraus, dass Coldplay im Wesentlichen nur zwei Songs haben: einen langsamen - und einen etwas schnelleren.
Für diese Erkenntnis musste man nicht in die niederösterreichische Einöde fahren, das lässt sich auf jedem Coldplay-Album nachhören. Und dass die Band live nicht mehr Druck erzeugte und ihre eigenen Songs nur allzu brav nachstellte, ließ einen bald an der Rechtfertigung der auf sich genommenen Strapazen zweifeln. Den Mehrwert, den ein Konzert im Unterschied zu der Musik vom Tonträger ausmachen sollte - man suchte ihn hier über weite Strecken leider vergeblich.
Natürlich waren die Band und die exzentrische Körpersprache Martins sympathisch. Aber seine sich berechenbar in jedem Song Richtung Nobelkastrat überschlagende Stimme sowie sein Kunstleiderpathos, das dem von Bono Vox von U 2 oft gefährlich nahe kam, nervten auf voller Konzertdistanz dann doch zunehmend.
Die so übersetzte individuelle Seelenpein war noch nie stadienkompatibel. Gerade als ach so sensibler Mensch sollte man das wissen - und danach handeln. (DER STANDARD, Printausgabe,12.07.2005)
Zehn Jahre nach ihrem letzten Album kehrt nun die britisch-nigerianische Soulpop-Göttin der 1980er-Jahre zurück
Live-Präsentation des Labels Comfort Zone im Rhiz und Chris Cacavas im Chelsea, beides am Lerchenfeldergürtel in Wien
Die Finalrunde findet am 12. Februar im Rabenhoftheater statt - Zehn Finalisten bewegen siche zwischen "Arbeitsamt" und "Lokalverbot"
Michael Schade und Thomas Quasthoff im Wiener Musikverein
Dirigent Stéphane Denève kommt mit seinem Royal Scottish National Orchestra nach Wien - Ein Gespräch
Norwegische Jazzer kennen keine Angst vor Grenzüberschreitungen: So auch die 1970 in Oslo geborene Rebekka Bakken
Das US-amerikanische Multitalent Henry Rollins trat am Wochenende in Wien als Spoken-Word-Artist auf - Im STANDARD-Interview
Alle Tickets für das Finale des Songcontest am 29. Mai in Oslo sind bereits vergeben
Es gibt bereits 2.401 Sterne zwischen dem Hollywood Boulevard and der Vine Street - Mit Video
Start erst im Herbst - wegen Rückenverletzung
Saxophonist und Bandleader war Schlüsselfigur der britischen Szene - mit weltweiter Bekanntheit dank seiner Titelmelodie von "Mit Schirm, Charme und Melone"
Rahmenthema "Failed Revolutions"
Joshua Redman emanzipiert sich vom klassischen Jazz - Mit James Farm gastiert er am Montag im Wiener Konzerthaus: cooles Interplay, lockere Grooves
Les Musiciens du Louvre-Grenoble und die Philharmoniker in Salzburg
Aus Anlass der Olympischen Spiele in Vancouver: ein kleiner Rundgang zwischen Schrecken, erklecklicher Vielfalt und singulärer Pracht
Milliardenverluste bei britischem Traditions-Musikverlag
Zwei Männer in Anzügen, drei Gitarren. Mineralwasser und viel Text. Vor allem zwischen den Liedern. Die US-amerikanischen Songwriter John Hiatt und Lyle Lovett gastierten im Wiener Wuk
100 Künstler sind an der Benefiz-Aktion für die Erdbebenopfer von Haiti beteiligt
James Blood Ulmer gab am Montag im Porgy & Bess sein Geburtstagskonzert
Alter Schl8hof Wels - Er stand an der Wiege von Jazz, Rock und Soul und hat bis heute als Vater aller Popularmusik nichts an Strahlkraft verloren
Es gibt Alternativstandort
Neues von Velojet, Fehlfarben, den Magnetic Fields, Neoangin und - huch! - auch wieder von Shakespears Sister
der herr fluch weiß dass sie diese musik spielen, sagt er ja selber man hätte nicht hinfahren müssen, warum ist er dann hingefahren.... es gibt leute die extra wegen dem konzert hingefahren sind um sich bewusst dieser musik auszusetzen. mich würde mal interessieren was derr herr fluch so für musik hört, denn die scheint dann unantastbar zu sein, weil der herr fluch hört doch keine schlechte musik.....
was musst du dir denken wenn du solche sachen schreibst. wahrscheinlich tust es eh nur weilst freude daran hast, dass sich menschen über deine artikel ärgern.
ich hab coldplay zum 1.mal gesehen und ich hab mir viel erwartet und meine erwartungen sind erfüllt worden, und ich gehe oft genug auf konzerte um sagen zu können die waren gut und..
dass ich ein professionelles konzert gehört habe. ich habe schon live gigs von "superstars" gehört oder auf dvd/cd gehört/gesehen, wo durch extravaganzen, andere arrangements und sog. "freies improvisieren" ganze konzerte den Bach runter gegangen sind. der Grat ist hier sehr schmal und manchmal sollte man froh sein, dass man qualität bekommt. Chris Martin ist ein sehr menschlicher und natürlicher Bandleader, die anderen könnten ein bissi Farbe vertragen :-)
was mich viel mehr schockiert hat war die grausame performance des dj´s der mir Kopfschmerzen und Ohrensausen beschert hat. Und Ashcroft war sehr charismatisch und engagiert aber ohne Drogen waren die endlos-schleifen-refrains auch nur schwer auszuhalten
Mich würde mal interessieren, was den Standard dazu veranlasst sich bei ca. 90% der Kunst/Kultur/Musik-Berichterstattungen sich über das Maß aller Dinge zu setzen?!
Ich schätze den Standard an sich als wohlbekommende Zeitung, doch leider weicht die Objektivität dem Geltungsdrang so mancher Redakteure (vor allem in diesem Bereich)!
ein kleiner Hinweis für Interessierte: die besseren Musikkritiken gibts derzeit von einem gewissen Bernhard Flieher in einer anderen österreichischen Tageszeitung zu lesen. Dieser Mann hat, wie vor langer Zeit ein gewisser Herr Dulller (RIP!) eine Begeisterungsfähigkeit und kann deshalb auch Leser begeistern. Duller hat übrigens musikalische Welten eröffnet. Auch Flieher schafft das immer wieder. Schade dass eine Qualitätszeitung wie der Standard nur so berechenbare wie langweilige und zynische Beiträge hervorbringt und veröffeffentlicht. Hier sind wahrlich keine Pioniere am Werk. Ab in die Muppetshow mit Fluch und Schachinger. Die beiden gerieren sich gealtert genug um den beiden alten Lästerern dieser Sendung Konkurenz zu machen.
...is generell nix bei so ner veranstaltung, aber vielleicht klappt's dieses wochenende:
supermarket live am cirque-open-air, sa, 16.7.2005
... und wenn die da am land sogar schon handys und
computer haben, dann sollen sie auch musik aus der
stadt live erleben können.
:P
darum spielen wir auf einer
freiluft-musikveranstaltung in der nähe von wiener
neustadt ein kompaktes set mit musikstücken aus der kategorie romantisch bis ungestüm...
espandrillos und strohmatte einpacken!
:)
http://www.supermarket-music.net/
http://www.cirque.at/
anfahrt: http://mail.map24.com/willendorf
cu
Die Umstände waren widrig (Wetter, Organisation, eh schon wissen), Velojet spielten nicht (gemein, die wollt ich sehen) und Coldplay ging nach genau 90 Minuten von der Bühne. Darüber könnte man sich ärgern, wenn die Stimmung im Publikum nicht so schaurig-schön gewesen wäre. Alle haben mitgemacht, auch wenn viele wussten, dass sie etwas anderes wie die 2 Tage davor mit Jovanotti, Jamiroquai, Seed, etc. erwarten würde. Ich hab mich nach dem Konzert gut gefühlt und ich muss sagen Richard Ashcroft hat einen großen Teil dazu beigetragen. Coldplay lieferten ein tolles Konzert, aber der bekiffte Typ davor war einfach nur umwerfend genial!
Ich bereue diese drei Tage trotz Schlammschlacht kein bischen.
Lieber Herr Fluch.
Vielleicht sollten sie mal mitten in der Menge so am besten in der ersten Reihe stehen, dass macht bei einem Konzert viel aus.
Allein irgenwo auf einem Sessel würd mir auch vielles Auffallen was mich störend würde doch wenn man so in der gut gelaunten Menge ist macht das einfach nur Spaß und man findet ein Konzert auch sehr gut. (Meiner Meinung war Coldplay auch sehr gut). Das Publikum war echt erste Sahne in der ersten Reihe (viel Platz gehabt).
Ich glaub ja der Herr Fluch war gar nicht dort wie könnte man sonst den genialen AUftritt vom Herrn ASHCROFT nicht würdigen und schriftlich festhalten in seinem Artikel.
Das Geld war es fast schon nur für Richard Ashcroft werd, COldplay war das I Tüpfelchen
...stand zu sehr im Mittelpunkt des Konzertes. Die erinnerungswürdigste Aktion des Abends lieferte CM bei der persönlichen Präsentation von Richie Ashcroft (Genialer Auftritt! Ist der wirklich auf Droge? Er trifft JEDEN Ton!). Coldplay zeigten ein wirklich ansprechendes Konzert, sehr professionell. Tonmischung war suboptimal, zu viel Bass, zu wenig Kraft für die Gitarren, wie überhaupt die Lautstärke ein wenig höher hätte sein können (Mitsingende Besucher waren tlw. lauter zu hören als CM). Die "alten" Hits kamen gut, X & Y ist halt die gleiche fade G'schicht wie auf CD gewesen. Den letzten Song nach 1.15 Stunden anzukündigen und bereits nach 1.30 tatsächlich aufzuhören war schon sehr schwach....ach ja: Dank an meine Gummistiefel!
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.