Burgenländisches Wasser harmoniert mit Berliner Luft

21. Juli 2005, 11:35
5 Postings

Die deutsche Haupt­stadt ist der größte Export­markt für Römer­quelle - Die Export­erlöse sollen heuer insgesamt auf eine Million Euro anwachsen

Nicht immer bedarf es einer aufwändigen Werbekampagne, um ein österreichisches Markenprodukt Konsumenten auch im Ausland schmackhaft zu machen. Mitunter genügt auch eine "Geheimwaffe" wie Viktor Kattinger.

Seit mehr als 20 Jahren ist der 63-jährige Wiener Winzer und Kaufmann aus Leidenschaft der Generalimporteur für den burgenländischen Mineralwasserproduzenten Römerquelle in den deutschen Markt.

Eine Million Euro

Rund eine Million Euro werde die Römerquelle im heurigen Jahr aus Exporterlösen mit Mineralwasser und Near-Water-Produkten (wie etwa Emotion) erwirtschaften. Mehr als 45 Prozent davon in Berlin, wohin 85 Prozent der Deutschland-Exporte fließen, so Geschäftsführerin Karin Trimmel.

Weitere Exportmärkte sind Ungarn, Slowenien, Slowakei und die Schweiz. Der wertmäßige Zuwachs bei den Gesamtausfuhren habe im ersten Halbjahr 2005 17,6 Prozent betragen.

"Nach drei eher trockenen Jahren haben wir heuer die Trendwende geschafft und werden so etwa 1,2 Millionen Liter an Mineralwasser und Emotion vermarkten", schätzt Kattinger, der in zwei Jahrzehnten mehr als 25 Mio. Liter Römerquelle nach Berlin transportiert hat, seinen diesjährigen Absatz ein.

Direkt beliefert er 40 Getränkegroßhändler, 130 Einzelhandelsgeschäfte, 71 Privatkunden und 98 Restaurants. Jüngster Kattinger-Coup: die Lokale der aus Wien-Erdberg stammenden Sarah Wiener, von deutschen Medien als "berühmteste Köchin des Landes" gerühmt.

"Gute Küche und des gutes Service"

"Österreich hat hier den Ruf der guten Küche und des guten Service", betont Kattinger. Und setzt dieses Wissen nebst gehörigem Wiener Schmäh gezielt ein. Dass österreicherischer Charme nicht nur bei den zum Meckern neigenden drei Millionen Berlinern, sondern auch den rund 500.000 ausländischen Bürgern gut ankommt, führt er bei einer Rundfahrt durch die Stadt vor.

Zur Kundschaft gehören das griechische Feinkost-Bistro Viadukt und die Berliner Kaffeerösterei ebenso wie das Diskontgeschäft Alican Özgürdal oder das Haubenrestaurant Margaux.

"Viele meiner Kunden habe ich ganz austrifiziert", sagt Kattinger schelmisch. Denn neben burgenländischem Mineralwasser hat er die Berliner auf den Geschmack von österreichischem Gersten- und Fruchtsaft, niederösterreichischem Schnaps, oberösterreichischem Most, steirischem Kernöl und natürlich österreichischem Wein gebracht. Sein Jahresumsatz liegt bei 2,5 Millionen Euro.

Exportstrategie

Was Kattinger in zwei Jahrzehnten aus Liebe zur Heimat und Lust am Verkaufen gelang, ist mittlerweile die Exportstrategie von Römerquelle. "Wir verfolgen im Export den Markenaufbau über die Gastronomie", erläutert Geschäftsführerin Trimmel. "Das dauert zwar etwas länger, aber die Erträge stimmen von Anfang an, und finanzielle Abenteuer werden vermieden."

Auch auf Preisschlachten mit anderen ausländischen Anbietern werde sich nicht eingelassen. Nach und nach werden dann die Nahversorger ins Auge gefasst, bevorzugt überall dort, wo die Kunden bereit sind, für ein Premiumprodukt auch einen höheren Preis zu zahlen.

Die Verkaufspreise in den Berliner Geschäften liegen zwischen einem Euro und 1,30 für die Ein-Liter-Flasche Mineralwasser und bei 1,30 bis 1,60 Euro für 0,5 Liter Emotion.

Ob im In- oder Ausland - was selbst Herr Kattinger nicht beeinflussen kann, ist das Wetter und damit der Durst. Das erste Quartal sei definitiv schwierig gewesen, gibt Trimmel zu und hofft darauf, dass der Sommer uns noch gehörig ins Schwitzen bringt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.07.2005)

Karin Tzschentke aus Berlin

Link

Römerquelle
  • Erfolg mit Wiener Charme in Berlin: In zwei Jahrzehnten rund 25 Millionen Liter Römerquelle unter das Volk gebracht hat Generalimporteur Viktor Kattinger, hier im Bild mit Karin Trimmel, Chefin des heimischen Wasserproduzenten.
    foto: römerquelle

    Erfolg mit Wiener Charme in Berlin: In zwei Jahrzehnten rund 25 Millionen Liter Römerquelle unter das Volk gebracht hat Generalimporteur Viktor Kattinger, hier im Bild mit Karin Trimmel, Chefin des heimischen Wasserproduzenten.

Share if you care.