Weiter Weg zur Schnellstraße

13. Juli 2005, 07:56
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Korridor für Verbindung nach Bratislava festgelegt, aber fix ist nichts - Mit Grafik

Marchegg / St. Pölten / Wien - Den Planern dürfte jetzt klar sein, wo die künftige Marchfeld-Schnellstraße verlaufen soll. Zumindest ungefähr, auf einen halben Kilometer genau - so wie es der Korridorverlauf für die ins Auge gefasste hochrangige Straßenverbindung zwischen Wien und Bratislava (siehe Grafik) zeigt.

Dieser Korridor wurde bei einer Sitzung der Planer am 30. Juni 2005 festgelegt. Doch wirklich fix sei nach wie vor nichts, beeilten sich Planer wie Umweltschützer danach zu versichern.

Wahrscheinlich sei - wie gesagt - ein Verlauf mitten durchs Marchfeld, ohne Straßenquerungen und in jede Richtung zweispurig, erläutert etwa Friedrich Zibuschka, höchster Verkehrsplaner des Landes. Überhaupt sei eine hochrangige Verbindung zwischen den beiden Hauptstädten überfällig, zudem würde auf diese Art ein Straßenring zwischen Wien und Bratislava entstehen.

Doch Zibuschka schränkt gleich wieder ein: "Aber nur, wenn das Projekt ins Bundesstraßengesetz aufgenommen wird." In diesem Fall nämlich - und nur in diesem Fall - werde der Bau durch Bundesmittel (mit)finanziert. Und das Landesbudget entsprechend entlastet. Wenn es - wie Günter Schrefel von den Weinviertler Grünen anmerkt - der Autobahnerrichtergesellschaft Asfinag gelinge, ausreichend Bares aufzutreiben.

PPP-Verfahren Dies jedoch - so Schrefel - dürfte nur mittels Beteiligung Privater im Rahmen eines PPP-Verfahrens möglich sein. Eines PPP-Verfahrens "wie es bei der Nordautobahn derzeit stockt", kommentiert der dezidierte Marchfeld-Schnellstraßenskeptiker.

Zudem stehe derzeit die vom Land versprochene Strategische Umweltprüfung (Sup) für das Marchfeld aus, das umweltverträgliche Ordnung in den "von einer Goldgräberstimmung getragenen Industriepark-Wildwuchs" bringen soll. Hier, so Schrefel, fehle gar noch die bundesgesetzliche Grundlage, an der man unter dem Arbeitstitel "Strategische Verkehrsprüfung" (SVP) derzeit im Infrastrukturministerium feilt.

Deshalb könne noch gar keine Empfehlung zugunsten einer Schnellstraße gegeben werden, verkündeten die Vertreter der - Schnellstraßen ablehnenden - Bürgerinitiativen der Region. Und schlugen statt dessen eine "durchgängige Umfahrung entlang der B8" vor, die noch dazu weitaus billiger komme. Und die Umwelt schone - vor allem in den Natura-2000-Gebieten an der March, wie Schrefel ergänzt: "Eine Brücke über die March ist nicht naturverträglich. Hier muss untertunnelt werden, wie die Donau in Wien." (Irene Brickner,DER STANDARD-Printausgabe, 12.07.2005)

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    grafik: der standard
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