Vom Regen in die Traufe bei der Oper Klosterneuburg

11. Juli 2005, 21:12
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Giacchino Rossinis komische Oper "Die Italienerin in Algier" mit hübschen Einfällen, aber ohne Kraft und Tempo

Wieder unterbrach ein Regenschauer nach der Pause die Vorführung im Kaiserhof des Stifts, Giacchino Rossinis komische Oper Die Italienerin in Algier. Das Ausweichquartier, die Babenbergerhalle, kann wegen der miserablen Akustik und Optik nur als Notlösung angesehen werden.

Was also hatten Regisseur Matthias Lutz, Dirigent Andrés Orosco-Estrada und die sieben Solisten vor der Pause zu bieten? Eine Bühne, großflächig gemustert wie ein orientalischer Teppich, auf der sich die Geschichte um die Entführung der so schönen wie resoluten Italienerin Isabella (sängerisch überragend: Stella Grigorian) abspielt. Auf der Suche nach ihrem in die Sklaverei verschleppten Geliebten Lindoro (Hans-Jürg Rickenbacher) ist ihr Schiff von den Mannen des Piratenpaschas Mustafa (Marc-Olivier Oetterli) gekapert worden. Der will nun zugunsten Isabellas seine bisherige Frau Elvira (Judith Halász) loswerden und sie mit Lindoro verheiraten. Isabella weiß das natürlich zu verhindern, obendrein befreit sie alle italienischen Gefangenen, und Mustafa steht als der Gelackmeierte da. Unentschlossen wie der Himmel wirkte auch die Inszenierung: Zwar gibt es hübsche Einfälle, wie etwa die Travolta-Parodie Mustafas, aber dem Ablauf fehlen Kraft und Tempo. Vor der Pause wurde das Spiel lebendiger, Schönwetter empfiehlt sich also. (hast/DER STANDARD, Printausgabe, 12.07.2005)

Oper Klosterneuburg
02243/44 44 24
Bis 2. 8.
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mit Geschmeide geht alles leichter: mondäne "Italienerin in Algier" (Stella Grgorina, li.) in Klosterneuburg

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