Unterwerfung

11. Juli 2005, 18:35
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Khol lobt die SPÖ, weil sie so brav Apportl macht - von RAU

Andreas Khol lobt die SPÖ, weil sie beim Asylgesetz so brav Apportl macht. Zack, kommt schon Willi Molterer und gibt dem eifrig wedelnden Spaniel mit der zusammengerollten Zeitung eins drüber: So einfach geht das nicht, die Regierungsfähigkeit muss man sich schon härter verdienen. Darüber hinaus hat Molterer die Chuzpe, das BZÖ als Fels in der Brandung zu preisen. Inzwischen spricht Franz Vranitzky es aus: Es hat keinen Sinn für eine sozialdemokratische Partei, fremdenfeindlicher als die Fremdenfeinde sein zu wollen, das vertreibt mehr Wähler, als es bringt. Aber auch von der politischen Anmutung her ist der Kurs der SPÖ wider alle politischen Grundregeln: Eine große Oppositionspartei hat mit einem energischen Führungsanspruch anzutreten - wir setzen unsere Vorstellungen durch, wir wollen die Nr. 1 werden! Stattdessen erbringen sie "Beweise der Regierungsfähigkeit", indem sie schwarz-orange Grauslichkeiten ohne Not mitvollziehen.

Das heißt, den Führungsanspruch implizit aufzugeben, sich von vornherein mit der Nr. 2 begnügen. Der Wähler kriegt vielleicht auch mit, dass die SPÖ die Fremden als Feind sieht, aber vor allem registriert er Unterwerfung. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.7.2005)

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