Kolportiert: Vizekanzler Gusenbauer

11. Juli 2005, 18:16
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Viele in der SPÖ glauben, dass Gusenbauer gar nicht nächster Kanzler werden will

Was treibt SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer? Diese Frage stellen sich immer mehr Parteigänger nach den turbulenten Vorkommnissen in der letzten Parlamentswoche.

Exbundeskanzler Franz Vranitzky sprach vielen Roten insgeheim aus der Seele, als er in der Tiroler Tageszeitung den neuen Kurs der roten Führungsspitze ohne Scheu kritisierte: Die SPÖ bewege sich offenbar "in Richtung BZÖ", anders lassen sich der Kotau in der Asylfrage nicht bewerten, meinte er. Skeptischer Nachsatz: Wenn Gusenbauer tatsächlich der nächste Kanzler werden wolle, müsse er sich schon "besonders anstrengen".

In der SPÖ glauben inzwischen aber viele, dass Gusenbauer gar nicht nächster Kanzler werden will - sondern auf den etwas bequemer zu erreichenden Vizekanzlersessel abzielt. Seine Vorleistungen in Richtung ÖVP bei Asyl, Schule und Zivildienst gelten den Vertretern dieser Theorie als logische Morgengabe für eine schwarz-rote Koalition. Als weiterer Beleg wird angeführt, dass Gusenbauers Lieblingsposition sowieso immer die des Außenministers war - und da man nicht gleichzeitig Kanzler und Außenminister, sehr wohl aber Vizekanzler und Außenminister sein kann, sei ihm die Position der Nummer zwei gleich recht.

von Barbara Tóth
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