Russland: Mindestens 20 Tote bei Brandanschlag auf Geschäftspassage

13. Juli 2005, 08:35
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Streit unter rivalisierenden Geschäftsleuten

Moskau - Bei einem Brandanschlag auf eine Geschäftspassage in der nordrussischen Stadt Uchta sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Die Täter hätten am Montag einen Kanister mit brennbarer Flüssigkeit in ein Geschäft geworfen und angezündet, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das zweistöckige Gebäude habe sofort in Flammen gestanden. Als Tatmotiv wurde ein Streit unter rivalisierenden Geschäftsleuten genannt. 17 Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer. In ersten Stellungnahmen war noch von einer Gasexplosion die Rede gewesen.

Die Polizei schloss einen Terroranschlag als Ursache aus. Man habe keine Sprengstoffreste am Unfallort gefunden, teilten die Behörden mit. Auch habe es, entgegen ersten Mitteilungen, keine Explosion in dem aus Stein gemauerten Gebäude gegeben. Alle Opfer hätten schwere Brandverletzungen, sagte ein Sprecher des örtlichen Zivilschutzes. Sieben Löschzüge der Feuerwehr benötigten Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Weitere Opfer vermutet

Am frühen Abend stürzte das Dach des Gebäudes ein. In den Trümmern wurden weitere Opfer vermutet. Die Polizei suchte nach zwei jungen Verdächtigen, die nach dem Anschlag aus der Geschäftspassage geflohen waren, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

In Russland kommen immer wieder Unschuldige bei Auseinandersetzungen krimineller Banden oder Geschäftsleute ums Leben. Als schlimmster Fall derartiger Rivalitäten galt bisher der Bombenanschlag in einer Unterführung des Moskauer Puschkin-Platzes vor fünf Jahren. Durch die Explosion vor einer Ladenzeile kamen im August 2000 insgesamt 13 Menschen ums Leben, 118 wurden verletzt.

Die Stadt Uchta liegt 1.300 Kilometer nordöstlich von Moskau am Ural-Gebirge. Die Region gilt auf Grund von Öl- und Gasvorkommen für russische Verhältnisse als reich. (APA/dpa)

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