Bisher nutzten 800 Frauen das Frauenhaus Traiskirchen

11. Juli 2005, 13:12
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Platz, Schutz und Betreuung: Polit- prominenz besucht die Einrichtung anlässlich ihres einjährigen Bestehens

Traiskirchen - Das Frauenhaus der Organisation "SOS-Menschenrechte" im Flüchtlingslager Traiskirchen feierte am Montag sein einjähriges Bestehen. Das Gebäude bietet derzeit 48 Frauen und 16 Kindern nicht nur Platz, sondern auch Schutz, Erholung und psychologische Betreuung. Es ist rund um die Uhr bewacht. Zum Jubiläum waren zahlreiche PolitikerInnen zu Gast - allen voran Innenministerin Liese Prokop und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (beide V).

Menschenwürde spürbar machen

"Rund 800 Frauen haben allein im ersten halben Jahr die Einrichtung in Anspruch genommen. Das Projekt mit seinen engangierten Mitarbeiterinnen hat sich sehr bewährt", lobte Prokop. Man könne den Asylwerberinnen den Schrecken zwar nicht nehmen, aber das Leid lindern und die Menschenwürde spürbar machen. Traiskirchen sei "immer schon ein besonderer Platz gewesen", Flüchtlingsbetreuung habe in Niederösterreich "große Tradition".

Prokop gab ihrer Freude Ausdruck, dass in Bälde die Sanierung der Gebäude am Areal der Bundesbetreuungsstelle beginnen werde, was eine qualitative Verbesserung bedeute. Im Moment wohnen im Lager 760 AsylwerberInnen - maximal 30 Prozent davon sind Frauen. Laut UNHCR beträgt der Frauenanteil bei Flüchtlingen 80 Prozent. "Österreich wird während seiner EU-Präsidentschaft die legale und illegale Migration in Europa thematisieren", kündigte die Innenministerin an.

Geschlechtsspezifische Fluchtgründe

"Flucht ist immer ein dramatisches Ereignis. Allein stehende Frauen mit Kindern haben ein ganz besonderes Schutzbedürfnis", betonte Rauch-Kallat. Es gebe weltweit gesehen immer mehr geschlechtsspezifische Gründe, die eine Flucht für Frauen notwendig machen. "Deshalb war es sehr wichtig, dieses Haus zu bauen, wo Männer keinen Zutritt haben. Es bietet eine große Chance auf den Start in ein neues Leben."

Die Flüchtlingssituation in Österreich habe sich mittlerweile entspannt, berichtete Landesrat Josef Plank (V). Derzeit befinden sich demnach bundesweit 28.000 AsylwerberInnen in der Grundversorgung - 5.532 davon in Niederösterreich, wo 65 organisierte Quartiere zur Verfügung stehen. (APA)

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    Nach vermehrten Übergriffen auf Frauen wurde im Juli 2004 ein eigenes Frauenhaus im Massenflüchtlings­lager Traiskirchen eingerichtet.
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