Haubner forciert Kinderbetreuungsplätze

11. Juli 2005, 13:01
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Auch Weinzinger und Prammer pochen auf bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien - Sozialministerin Ursula Haubner hat angesichts der Frauenbeschäftigung mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und eine Evaluierung der Höhe der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld angeregt. "Um alternative, arbeitsnahe und flexible Kinderbetreuungseinrichtungen anzuregen, unterstützt das Sozialressort seit heuer mit 700.000 Euro gezielt Pilotprojekte, die besonders auf Frauenarbeitsplätze Rücksicht nehmen", so Haubner.

Weinzinger sieht Reformbedarf beim Kindergeld

Die Grüne Frauensprecherin Brigid Weinzinger sieht wiederum einen dringenden Reformbedarf beim Kindergeld. Es herrsche "Alarmstufe rot" bei der Frauenbeschäftigung für Frauenministerin Maria Rauch-Kallat. Weinzinger hält es auch für völlig unverständlich, dass Rauch-Kallat die IHS-Studie über die steigende Frauenarbeitslosigkeit unter Verschluss halten wollte und "die Ergebnisse beim von ihr selbst einberufenen Arbeitsmarktgipfel verschämt verschwiegen hat".

Haubner meinte, damit Kinder nicht zum "Störfaktor" werden, wenn es um die berufliche Ausrichtung geht, müsse die Wirtschaft als wichtiger Partner mitspielen, hier "wird die Familienallianz neue Wege der Vereinbarkeit beschreiten". Sie erwarte sich durch die Partnerschaft in der Familienallianz konkrete Signale seitens der Wirtschaft, auch den Vätern verstärkt die Familienverantwortung zuzugestehen. Hier sei auch weiterhin die Forderung nach einer steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten aktuell, um eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, betonte Haubner.

Haubner sieht sich durch eine Eurostat-Untersuchung in der guten Position Österreichs bei der Beschäftigung von Müttern mit Kindern bestätigt: 77,8 Prozent der Mütter mit einem Kind (4. der EU-25), 66,1 Prozent der Mütter mit 2 Kindern (7. der EU-25) und 57,4 Prozent der Mütter mit 3 oder mehr Kindern (5. der EU-25) gehen einer Erwerbsarbeit nach. Das bedeutee Platz 4 innerhalb der Europäischen Union. Besonders gewünscht sei im Sinne der Vereinbarkeit die Teilzeitbeschäftigung: 32,3 Prozent der Frauen mit Kind/ern unter 12 Jahren arbeiten in Teilzeit. "Die Wahlfreiheit als Grundsatz ist das Prinzip unseres Handelns", betonte Haubner.

Prammer sieht dringenden Handlungsbedarf

Auch SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer sieht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als wichtigsten Faktor bei der Frauenerwerbstätigkeit.

Besonders "verwerflich" ist für Prammer, dass Rauch-Kallat die brisanten Ergebnisse der Studie beim "Runden Tisch" bewusst verschwiegen hat, um die Lage als "nicht so dramatisch" darstellen zu können. "Diese Art der 'Vogel-Strauss-Politik' ist absolut verantwortungslos", so Prammer in einer Aussendung.

Konkret fordert Prammer eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Unterstützung der Frauen beim Wiedereinstieg. In einem Maßnahmenpaket sollten sofort 100 Millionen Euro für frauenspezifische Qualifizierungsmaßnahmen, die Schaffung von Frauen-Arbeitsstiftungen, das Zurückdrängen der immer stärker zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse, eine spezielle Beratung für Kindergeld-Bezieherinnen noch vor Auslaufen des Kündigungsschutzes und der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen beschlossen werden. (APA)

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