Steirerobst: Protest gegen Abfindungspreis

18. Juli 2005, 10:43
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Die weit unter Börsekurs liegende Abfindung von 34 Euro je Aktie sei äußerst erklärungsbedürftig, so Kleinanlegerschützer Rasinger

Wien - Für den Wiener Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger ist das am Freitagabend bekannt gegebene Abfindungsangebot der Agrana für die Steirerobst-Streubesitzaktionäre "auf Grund der vorliegenden Bilanzzahlen äußerst erklärungsbedürftig". Rasinger ist unzufrieden, wie er in einer Presseinformation vom Montag betonte. Wie berichtet sollen die Kleinaktionäre der Steirerobst im Zuge des Börserückzugs des Unternehmens mit 34 Euro je Aktie abgefunden werden. Der Börsekurs lag zuletzt mit 54,99 Euro um fast 62 Prozent darüber.

Steirerobst gut aufgestellt

Dass Rasinger Erklärungsbedarf für die Höhe des Abfindungsofferts sieht, begründet er damit, dass Steirerobst, in den Wachstumsmärkten Osteuropas gut aufgestellt, den Gewinn pro Aktie auf zuletzt 5,79 Euro gesteigert habe. Damit sei sogar der Agrana-Gewinn von 5,62 Euro je Aktie übertroffen worden. Und: "Während der Steirerobst-Kurs zuletzt bei fast 55 Euro lag, liegt der Agrana-Kurs bei 75 Euro, obwohl im renditestarken Geschäftsfeld Zucker wegen der bevorstehenden Änderung der Zuckermarktordnung mit Ertragseinbußen zu rechnen ist", so der Chef des Interessenverbands für Anleger (IVA).

Prüfer "durchgedrückt"

Rasinger kritisierte heute auch, dass vom Steirerobst-Hauptaktionär Agrana jener Prüfer "durchgedrückt" worden sei, der die Angemessenheit des Abfindungspreises feststellen soll, nämlich die KPMG. "Die KPMG ist nicht nur Agrana-Abschlussprüfer, sondern darüber hinaus im beachtlichen Umfang für den ganzen Konzern beratend tätig. Im Ausland wäre dies aus wirtschaftlicher Befangenheit nicht vorstellbar", gibt Rasinger zu bedenken.(APA)

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