AMD bleibt nach Intervention in Dresden

17. Juli 2005, 09:46
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Chipbauer wollte Teile seiner Produktionstechnik nach Singapur zu verlagern

Der Deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Technologiekonzern AMD teilweise von seinen Plänen abbringen können, große Teile seiner Produktionstechnik von Dresden nach Singapur zu verlagern. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.

Überredet

In mehreren Gesprächen wurden die Geschäftsführer von AMD im Kanzleramt überredet, ihren Ausfuhrantrag für die Produktionstechnik der Mikroprozessoren Athlon und Opteron nachträglich so zu ändern, dass im hochsubventionierten Standort Dresden kein allzu großer Schaden entsteht.

Verlust von 1000 Arbeitsplätzen

Ursprünglich wollte das Unternehmen nicht nur die Produktionstechnik ihrer sogenannten 90-Nanometer-Technologie nach Asien verlagern, sondern auch Forschung und Entwicklung der neuen 65-Nanometer-Technik, wofür ein zweites Werk gebaut werden soll. Schröder befürchtete den Verlust von 1000 Arbeitsplätzen. Als Gegenleistung erlaubt die Regierung den heiklen Technologie-Transfer, den bisher nicht nur mehrere Ministerien, sondern auch Vertreter des Bundesnachrichtendienstes heftig kritisiert haben.

Aderlasses von Know-how

Der BND sah vor allem die Gefahr eines weiteren Aderlasses von Know-how, das auch militärisch eingesetzt werden kann, wenn die AMD-Technik von Singapur nach China weitergereicht wird. Diese Bedenken haben Wirtschaftsministerium, Auswärtiges Amt und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nun offenbar nicht mehr. "AMD kann fest mit einer Genehmigung seines Ausfuhrantrags rechnen", sagt der zuständige Mitarbeiter im Kanzleramt.(red)

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