US-Truppen töten zehn Aufständische

13. Juli 2005, 10:42
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Auch zehn irakische Soldaten ums Leben gekommen - El Kaida bekennt sich zu Autobombenanschlag auf irakische Militärpatrouille

Bagdad - Die amerikanischen Truppen haben im Norden des Irak zehn Aufständische erschossen. Die US-Streitkräfte erklärten, der Zwischenfall habe sich am Montag in Tal Afar ereignet, etwa 420 Kilometer nördlich von Bagdad. Bei Gefechten am Sonntag seien dort vier Rebellen ums Leben gekommen. Eigene Verluste habe man nicht erlitten, hieß es.

Bei einem bewaffneten Überfall und einem Autobombenanschlag in Khalis kamen acht irakische Soldaten ums Leben. Die beiden Angriffe im 70 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Khalis ereigneten sich in der Früh: Gegen 05.00 Uhr Ortszeit überfielen Bewaffnete einen irakischen Kontrollpunkt und töteten acht Soldaten. Drei weitere Menschen wurden verletzt, wie Militärsprecher Abdullah al Shimmari sagte. Rund eineinhalb Stunden später wurden bei einem Autobombenanschlag auf eine irakische Militärpatrouille zwei Soldaten getötet. Die El Kaida im Irak bekannte sich im Internet zu der Tat, die Echtheit der Erklärung konnte nicht bestätigt werden.

Zwei US-Soldaten bei Gefechten nahe der syrischen Grenze getötet

Die US-Streitkräfte meldeten den Tod zweier amerikanischer Soldaten bei Gefechten nahe der syrischen Grenze. Die US-Soldaten wurden laut einer Erklärung der Streitkräfte bei einem Einsatz in der westirakischen Stadt Hit durch "indirektes Feuer" getötet. Dieser Ausdruck bezieht sich in der Regel auf Mörsergranaten. Seit Kriegsbeginn im März 2003 ließen über 1.750 US-Militärangehörige im Irak ihr Leben, mindestens 1.348 davon starben bei Gefechten oder Anschlägen.

Im Rahmen der "Operation Blitzschlag" nahmen irakische Sicherheitskräfte sieben Ägypter und einen Inder fest. Die Regierung erklärte am Montag, außerdem seien Mitglieder einer terroristischen Zelle mit Verbindung zu dem mutmaßlichen Terrorführer Abu Musab al-Zarqawi gefasst worden. Im Rahmen der "Operation Schwert" wurden ein Anführer einer Terrorzelle, zwei weitere Ägypter und vier Mitglieder der Mujaheddin-Brigade festgenommen.

Schwere Vorwürfe gegen irakische Sicherheitskräfte

Eine einflussreiche Gruppe sunnitischer Geistlicher erhob schwere Vorwürfe gegen die irakischen Sicherheitskräfte. Der Verband Moslemischer Geistlicher erklärte am Montag, die Sicherheitskräfte hätten zehn Sunniten gefoltert und anschließend getötet. Die Männer seien am Sonntag im Krankenhaus Nur in Bagdad festgenommen worden, wo sie Angehörige besucht hätten, hieß es. In einem Gefangenenlager seien sie danach gequält, in einen Container gesperrt worden und erstickt. Ein Arzt bestätigte, die Leichen gesehen zu haben.

Der irakische Verteidigungsminister Saadoun al-Duleimi erklärte, im Iran seien keine Iraker mehr inhaftiert. Die Soldaten, die seit dem Krieg zwischen beiden Ländern von 1980 bis 1988 noch nicht aufgefunden worden, würden als vermisst gelten. Duleimi hatte den Iran im vergangenen Monat besucht. Der Iran erklärte, alle Gefangenen seien im Mai 2003 nach dem Sturz von Saddam Hussein ausgetauscht worden.

Die US-Streitkräfte ließen am Sonntag einen iranisch-amerikanischen Regisseur frei, der vor knapp zwei Monaten im Irak inhaftiert worden war. Der 44-jährigen Cyrus Kar wurde nach Militärangaben nahe der Stadt Balad festgenommen. Er sei mit einem Taxi unterwegs gewesen, in dem sich Material gefunden habe, das zur Herstellung von Bomben dienen könne. Auch Kars Kameramann wurde freigelassen, der Taxifahrer blieb in Haft.

Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari forderte indes alle Regierungen mit diplomatischen Vertretungen in Bagdad auf, sich von dem Mord an dem ägyptischen Diplomaten Ihab al-Sharif nicht einschüchtern zu lassen. Die Regierung sei in der Lage, alle 45 diplomatischen Missionen in Bagdad zu schützen, und zwar "ohne Hilfe von Dritten", sagte Zebari in Anspielung auf die im Land operierenden US-Truppen. (APA/AP)

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