Summer: "Mein größter Sieg"

29. Juni 2006, 15:36
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Der 28-jährige Steirer hatte mit dem Sieg auf der Schlussetappe einen Gala-Auftritt - Für Profivertrag aber schon "zu alt"

Wien - Jochen Summer ist der Nachfolger der Größen Tom Steels und Ludo Dierckxsens, die 2003 bzw. 2004 die Schlussetappe der Österreich-Rundfahrt auf der Wiener Ringstraße für sich entschieden hatten. Der Steirer vom Team Elk-Haus verwies am Sonntag nach 124 Kilometern durch die Innenstadt im Massensprint vor dem Rathaus immerhin Erik Zabel (T-Mobile) auf Platz zwei.

"Das ist sicherlich der größte Sieg meiner Karriere. Es waren viele Klassesprinter im Feld, Zabel war nur einer davon", erklärte Summer, der schon in Graz Etappendritter geworden war. Auch die italienischen Sprinter Luca Paolini (3.) und Giosue Bonomi (4.) sowie den burgenländischen Gerolsteiner-Profi Rene Haselbacher (7.) ließ der Steirer nach 20 von rund 18.000 Zuschauern gesäumten Ring-Runden zu je 6,2 Kilometern hinter sich.

"Beim wichtigsten Rennen in Österreich eine Etappe zu gewinnen ist immer etwas Besonderes", sagte Summer. Im Vorjahr war er auf dem Rathausplatz auf Rang drei gesprintet. Auf einen Profi-Vertrag im Ausland macht sich der 28-Jährige dennoch kaum noch Hoffnungen: "Dazu bin ich wohl schon zu alt."

Zwei österreichische Etappensiege

Die Team-Taktik war darauf angelegt, in jeder Fluchtgruppe vertreten zu sein. Tatsächlich waren erst Georgs jüngerer Bruder Harald Totschnig und später Adam Hanson vorne dabei. Im Finish klebte Summer Zabel am Hinterrad, setzte 200 Meter vor dem Ziel zum entscheidenden Antritt an und sorgte für den zweiten österreichischen Etappensieg bei der Hervis Tour 2005 nach Gerhard Trampusch, der am Donnerstag das Bergzeitfahren auf das Kitzbüheler Horn für sich entschieden hatte.

Trampusch beendete die Rundfahrt als bester Österreicher auf Rang drei. "Das war eine sehr gute Rundfahrt für mich. Dass ich hier in Wien keine Chance hab', Mercado anzugreifen, war klar", sagte der Tiroler vom kleinen deutschen Akud-Rennstall, der sich mit dem Bergtrikot (punktegleich vor Hans Peter Obwaller) trösten durfte.

Überschattet wurde das letzte Teilstück aber von einem bösen Sturz des Volksbank-Fahrers Vasilis Anastopoulos. Der Grieche stürzte im Zielsprint schwer, schlug mit dem Kopf bei mehr als 65 km/h auf der Straßenbegrenzung auf. Der 29-jährige Legionär wurde nach kurzer Bewusstlosigkeit an Ort und Stelle mit einer Halskrause erstversorgt. Er kam mit leichten Verletzungen aber glimpflich davon. (APA)

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    Jochen Summer lässt Erik Zabel (re) und Lucca Paolini hinter sich.

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