Vom Harvard-Studium bis zum Pflegeheim

29. Juli 2005, 20:43
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Mit einer Bausparfinanzierung können ab Herbst auch Ausbildung oder Pflegekosten finanziert werden

Wien - Vergangene Woche wurden im Nationalrat die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Bausparen neu definiert, der Verwendungszweck des Bauspardarlehens wurde ausgeweitet. Wer ab September eine Bausparfinanzierung aufnimmt, muss das Geld nicht mehr zweckgebunden für den Wohnraum verwenden.

Auch Ausbildungs- und Pflegekosten können finanziert werden. Ob der klassische "Bausparer" in Zukunft auch unter "Bildungssparer" oder unter "Pflegesparer" angeboten wird, darüber sind sich die Bausparkassen noch uneinig.

Werbekampagne

Die S-Bausparkasse will sich in den kommenden Wochen gezielt an junge und ältere Personen richten und sie vor allem für den Bereich Bildung bzw. Pflege ansprechen, sagte Josef Schmidinger, Chef der S-Bausparkasse zum STANDARD.

"Wir wollen die Leute dazu motivieren, für ein zinsbegünstigtes Darlehen zu sparen, vor allem ältere Personen sollen von Bonuszinsen profitieren", so Schmidinger. Ob es eine Gliederung der Produkte geben wird, wollte der Bauspar-Chef noch nicht verraten.

Aber nicht nur für Darlehensnehmer, auch für Sparer bieten die S-Bausparkassen eine Neuerung. Bauspar-Kunden können ihr angespartes Geld für Bildungs- oder Pflegezwecke künftig vor Ablauf der sechsjährigen Bindungsfrist beheben, ohne dass sie die staatliche Prämie zurück zahlen müssen.

Verstärkte Information

Bei Raiffeisen werden gerade Details für die neuen Verwendungszwecke überlegt. An eigene Produkte denkt man dabei aber nicht. Generaldirektor Erich Rainbacher: "Wir werden das bestehende Produkt weiter anbieten und bei Vertragsabschluss verstärkt auf die neuen Möglichkeiten hinweisen."

Die Bausparkasse der Volksbanken (ABV) will beim Angebot den neuen Möglichkeiten entsprechend differieren. "Wie stark sich ein neues Angebot vom bisherigen unterscheidet oder ob wir alle Möglichkeiten unter demselben Deckmantel anbieten, ist noch nicht entschieden", betonte Manfred Ulreich von der ABV.

"Wir werden ein besonders attraktives, innovatives und maßgeschneidertes Topangebot haben", kündigt Wüstenrot-Chefin Susanne Riess-Passer an. Wie genau das aussehen wird, lässt Riess-Passer aber noch offen. (bp, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.07.2005)

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