Prämie sinkt auf drei Prozent

29. Juli 2005, 20:43
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Die auf ein Rekordtief gesunkenen Zinsen bekommen 2006 auch Bausparer zu spüren: Die staatliche Prämie sinkt von 3,5 auf drei Prozent - Mit Infografik

Wien - Mit dem Knallen der Sektkorken zum Jahreswechsel 2006 wird auch die staatliche Prämie für das Bausparen von bisher 3,5 Prozent auf ein Rekordtief von drei Prozent sinken. Damit erreicht die Bausparprämie das niedrigste nach den gesetzlichen Bestimmungen mögliche Niveau.

Die mehr als fünf Millionen Bausparer in Österreich wird das wenig freuen, denn für den maximal geförderten Sparbetrag von 1000 Euro gibt es statt bisher 35 Euro dann nur noch 30 Euro.

Freuen wird sich jedoch der Finanzminister, der durch die Prämienreduktion nicht wie heuer 113 Mio. Euro, sondern nur mehr 96 Mio. Euro dafür bereitstellen muss.

Konkurrenzlos günstig

Die Bausparverzinsung inklusive Prämie beträgt derzeit rund 4,3 Prozent und ist damit konkurrenzlos günstig. Zum Vergleich: Der Zinssatz bei sechsjährig gebundenen Kapitalsparbüchern liegt derzeit bei drei bis 3,5 Prozent.

Wie stark sich die durchschnittliche Rendite durch die Prämiensenkung verändern wird, sei derzeit laut Raiffeisen-Sprecherin Sonja Hochreiter noch nicht absehbar, da die Banken den Zinssatz erst per Jahresende errechnen.

Weiter beliebt

"Bleibt das Zinsniveau gleich, wird sich nicht so viel ändern", so Hochreiter zum STANDARD. An der Beliebtheit des Bausparens wird sich durch die Prämiensenkung nichts ändern gibt sich Manfred Ulreich von der Bausparkasse der Volksbanken (ABV) im Gespräch mit dem STANDARD optimistisch.

Der Chef der S-Bausparkasse, Josef Schmidinger, zeichnet ebenfalls ein positives Szenario für das Bausparen. Diese Sparform zähle nach wie vor zu den beliebtesten Ansparformen, denn anders als bei Banken müsse um die lukrativen Bausparzinsen nicht verhandelt werden.

Risikoarmes Produkt

Und er verweist darauf, dass es kein vergleichbares risikoarmes Produkt wie das Bausparen gibt. Für Banken rechnet sich eine Einzahlung oft erst ab 150 Euro. Beim Bausparen könne auch mit kleinen Beträgen von durchschnittlich 60 Euro lukrativ gespart werden.

Wer sich für einen "Bausparer" entscheidet, sollte jedoch auch auf die laufende Verzinsung achten, raten Experten. Daher sollten vor Vertragsabschluss nicht nur die verlockenden Einstiegszinsen im ersten Jahr verglichen werden, sondern auch die Zinsen für die Folgejahre. Denn hier liegen oft hohe Spannbreiten.

Zukunftsvorsorge

An die Bausparprämie ist auch die staatliche Prämie für die Zukunftsvorsorge gekoppelt. Weniger vom Staat bekommen daher ab 2006 auch jene rund 500.000 Österreicher, die einen Vertrag für die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge abgeschlossen haben.

Während der Staat bei der Zukunftsvorsorge heuer noch neun Prozent oder 180 Euro zuschießt (auf einen maximalen jährlichen Einzahlungsbetrag von 2000 Euro), sinkt die Prämie 2006 auf 8,5 Prozent.

Seit 1997 variabel

Die staatliche Bausparprämie ist seit 1997 variabel, sie liegt in einer Bandbreite von drei bis acht Prozent. Die Prämie orientiert sich am Kapitalmarktzinssatz, wobei jeweils die Zinsentwicklung vom ersten Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres maßgeblich ist. Obwohl der Beobachtungszeitraum also noch bis Ende September läuft, gilt die Senkung als so gut wie fix.

Ändern könnte sich daran nur noch etwas, wenn die Kapitalmarktzinsen in den kommenden Wochen nach oben schießen, was angesichts der schwachen Konjunktur nicht erwartet wird.

Denn die noch im Frühjahr erhoffte Erholung der heimischen Wirtschaft hat "wieder einmal eine Pause eingelegt", so Wifo-Chef Karl Aiginger. (Bettina PflugerDER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.07.2005)

  • Der Verwendungszweck wird erweitert: Das Bauspardarlehen kann künftig nicht nur für die Wohnraumbeschaffung, sondern auch für Pflege und Bildung verwendet werden.
    foto: raiffeisen bausparkasse

    Der Verwendungszweck wird erweitert: Das Bauspardarlehen kann künftig nicht nur für die Wohnraumbeschaffung, sondern auch für Pflege und Bildung verwendet werden.

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