Amazon feiert zehnten Geburtstag: Weltgrößter Internet-Einzelhändler

17. Juli 2005, 09:46
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Vom Online-Buchhändler zum Großkaufhaus: Erfolgsgeschichte mit Durchhängern

Der weltgrößte Internet-Einzelhändler Amazon feiert zehnjähriges Bestehen. Als Amazon-Gründer Jeff Bezos am 16. Juli 1995 aus einer Garage heraus mit seinem Internet-Shop online ging, ging es ihm nur um den Vertrieb von Büchern über das Internet. Heute ist Amazon ein Internet-Großkaufhaus, das im Vorjahr Produkte vom Backrohr bis zum Geigenkasten im Wert von fast sieben Milliarden US-Dollar weltweit verkauft hat.

Nicht nur Bücher

Ursprünglich wollte Bezos nur Bücher anbieten, doch das Geschäft entwickelte sich viel steiler als erwartet. "Wir haben tatsächlich E-Mails von Kunden erhalten, in denen stand: 'Könnten Sie sich vorstellen, auch Musik zu verkaufen? Ich würde wirklich gerne Musik auf diesem Weg kaufen - und DVDs und Elektronik'", so Bezos jüngst in einem Interview.

CDs und DVDs

CDs und DVDs werden seit 1998 bei Amazon.com angeboten, im selben Jahr wurden auch der britische und der deutsche Ableger gestartet. Ein Jahr später kamen Elektronik, Spielzeug, Gesellschaftsspiele, Computerspiele und Heim- und Garten-Produkte ins Angebot dazu. Heute hat Amazon beinahe 49 Millionen aktive Kunden weltweit. Literatur ist noch immer ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts, doch in der letzten Weihnachtssaison wurden erstmals mehr elektronische Geräte verkauft als Bücher.

1.300 Entlassungen

Als im Jahr 2000 die Dot-Com-Blase platzte, blieb allerdings auch Bezos' Unternehmen nicht verschont. Nach einer Reihe uneinträglicher Investitionen mussten 1.300 Mitarbeiter entlassen werden, und es dauerte Jahre, bis Amazon in die schwarzen Zahlen kam. Obwohl nach der New-Economy-Krise immer mehr Firmen ihre Online-Geschäfte wieder forcieren, droht dem Unternehmen in absehbarer Zeit keine ernsthafte Konkurrenz, meinen Analysten.

Preisvergleich

Am meisten könnten Amazon in Zukunft Preisvergleichs-Websites - in den USA etwa shopping.com, in Österreich Geizhals - zusetzen, die auf die jeweils billigsten Anbieter für ein Produkt hinweisen, meint der Branchenanalyst Scott Devitt vom US-Beratungsunternehmen Legg Mason Wood Walker. "Doch wenn man über eine Preisvergleichsseite kauft - oder auch bei eBay, weiß man nie genau, was man vom Händler bekommt", so Devitt. Amazon habe hingegen zehn Jahre Zeit gehabt, Vertrauen beim Kunden aufzubauen.

Dritthändler

Amazon nutzt das aus, um sein Geschäft auszuweiten. Über 900.000 Dritthändler greifen inzwischen auf die Infrastruktur des Unternehmens zurück, um ihre Produkte zu verkaufen; sie waren im Vorjahr bereits für ein Viertel des Gesamtumsatzes verantwortlich. In Deutschland und Großbritannien bietet Amazon seit kurzem auch einen DVD-Verleih übers Internet an.(APA)

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