Mitterrand soll Anschlag auf "Rainbow Warrior" genehmigt haben

13. Juli 2005, 10:10
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Sagt damaliger Spionageabwehr-Chef - Agenten versenkten vor 20 Jahren Greenpeace-Schiff in Auckland

Paris - Der verstorbene französische Präsident François Mitterrand soll den Anschlag auf das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior" vor zwanzig Jahren genehmigt haben. Die Zeitung "Le Monde" berichtete am Sonntag unter Berufung auf den damaligen Chef der französischen Spionageabwehr, Pierre Lacoste, Mitterrand und sein Verteidigungsminister Charles Hernu hätten von der Operation im Hafen von Auckland gewusst und ihre Zustimmung erteilt. Bei der Explosion kam ein Greenpeace-Mitarbeiter ums Leben.

"Le Monde" veröffentlichte einen Bericht, den Lacoste ein Jahr nach dem Anschlag schrieb und danach geheim hielt. Lacoste erklärte, die Spionageabwehr sei zu dem Schluss gekommen, dass nur Sabotage die "Rainbow Warrior" in Neuseeland an ihrem Protest hindern könne. Verteidigungsminister Hernu habe nicht widersprochen und auch keine Bedenken geäußert. "Ich hätte eine solche Operation nicht ohne die persönliche Zustimmung des Präsidenten der Republik ausgeführt", schrieb Lacoste.

Schon 1989 hatten zwei französische Journalisten in einem Buch erklärt, Mitterrand habe von den Plänen zur Versenkung des Schiffs gewusst. In einem Bericht der Regierung von 1985 hieß es, General Jean Saulnier, der damalige Militärberater des Präsidenten, habe die Finanzierung der Operation genehmigt. Mitterrands genaue Rolle blieb jedoch unklar. Kurz nach dem Anschlag sprach er von einer "kriminellen und dummen Handlung". (APA/AP)

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    Am 10. Juli 1985 verübten französische Agenten einen Anschlag auf das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warroir". Ein Greenpeace-Mitarbeiter starb.

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    Greenpeace-Aktivisten formieren sich zum Peace-Zeichen vor dem Pariser Eifelturm anläßlich des 20. Jahrestags des Anschlags auf die "Rainbow Warrior".

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