Arbeitslosigkeit war 2004 ein Frauenproblem

29. Juli 2005, 20:40
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Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen um 3,2 Prozent im Jahr 2004

Wien - Der Ausgangspunkt der IHS-Studie war die gestiegene Arbeitslosigkeit von Frauen im Vorjahr: Denn während die Arbeitslosenquote der Männer zwischen 2000 und 2003 von 5,8 Prozent auf 7,5 Prozent gestiegen ist, fiel der Anstieg bei den Frauen mit 5,9 Prozent auf 6,5 Prozent deutlich geringer aus. Im Jahr 2004 hat sich dies allerdings verändert: Fast der gesamte Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel auf Frauen. Arbeitslosigkeit wurde somit vor allem zu einem Frauenproblem, wie das IHS im Projektbericht, der der APA vorliegt, diagnostiziert.

Zwar lag die Arbeitslosigkeit der Männer 2004 mit 7,5 Prozent deutlich über jener der Frauen, blieb aber gegenüber 2003 unverändert. Bei den Frauen stieg Arbeitslosenquote dagegen um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

Ausgehend von 197.000 Arbeitslosen erhöhte sich die Zahl bis zum Jahr 2003 auf 240.000 Personen. Im Jahr 2004 suchten bereits 244.000 Personen einen Job. Während allerdings die Zahl der arbeitslosen Männer im Jahresdurchschnitt nur um 500 Personen (plus 0,4 Prozent) angestiegen ist, war bei den Frauen ein Anstieg um 3.250 (plus 3,2 Prozent) zu verzeichnen. Das weicht von den Jahren zuvor ab, in denen der Anstieg bei den Männern stets höher ausgefallen sei.

Allerdings hat sich auch die Integration der Frauen in das Beschäftigungssystem fortgesetzt. So stieg 2004 die Zahl der weiblichen Aktiv-Beschäftigten um knapp 15.000 Personen (plus 1,1 Prozent), bei den Männern ergab sich ein Zuwachs um rund 6.000 Personen (plus 0,4 Prozent). Ein beträchtlicher Teil des Zuwachses entfiel aber auf Teilzeitarbeitsplätze. Das Institut gibt auf Grund von neuen Berechnungsmethoden keine Zahl für 2004 an. Aber nach Angaben der Statistik Austria waren 2004 rund 40 Prozent der Frauen teilzeitbeschäftigt.

Keine Besserung ist laut den aktuellen Daten vom Arbeitsmarktservice (AMS) für 2005 in Sicht: Der vorläufige Wert vom erstem Halbjahr beträgt bei Frauen plus 3,1 Prozent. Bei den Männern plus 2,1 Prozent. (APA)

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