Zerstörungstrupps bedrohen auch reiche Vororte Harares

18. Juli 2005, 10:58
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Säuberungsaktion wird nach Abreise von UNO-Sondergesandtem ausgeweitet

Harare - Nach den Ärmsten der Armen geraten in Simbabwe nun auch die Reicheren in den Vororten der Hauptstadt Harare ins Visier der staatlich beauftragten Zerstörungstrupps. Nur einen Tag nach dem Abflug der UNO-Sondergesandten Anna Tibaijuka kündigte die Polizei am Sonntag im Rundfunk eine Ausweitung ihrer "Säuberungsaktion" an. Wer nicht schnell genug eine behördliche Baugenehmigung vorweisen könne, müsse mit dem Abriss seiner Gebäude rechnen. "Anrainer sollten sicherstellen, dass sie bewilligte Pläne für ihre Gebäude zur Hand haben", hieß es im staatlichen kontrollierten Rundfunk.

Die Behörden hatten offiziell während Tibaijukas zweiwöchiger Inspektionsreise ein Ende der Zerstörungsaktion von illegalen Marktständen und Hütten in den Armen-Vororten erklärt. Dabei waren nach Schätzungen von Hilfsorganisationen mitten im Winter der südlichen Hemisphäre mindestens 300.000 Menschen obdachlos und 750.000 Menschen erwerbslos geworden. Die Regierung von Präsident Robert Mugabe hatte zunächst argumentiert, sie wolle kriminelle Schwarzmarktaktivitäten beenden. Später begründete sie ihre Aktion dann mit einer geplanten städtischen Sanierungspolitik.

Mugabe will eine Million Häuser bauen

Mehrere tausend Menschen wurde vorübergehend in einem Transitlager mit völlig unzureichenden hygienischen Bedingungen interniert. Mugabe hatte betont, er wolle den Vertriebenen in einem Kraftakt bis zu einer Million neue Häuser bauen. Seine Regierung musste wenige Tage später jedoch zugeben, dass ihr die finanziellen Mittel fehlen. Die UNO-Sondergesandte soll nach ihrer Rückkehr UNO-Generalsekretär Kofi Annan über die Lage in dem afrikanischen Land informieren. (APA/dpa)

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    Eine Einwohnerin des Camps Porta Farm in ihrem zerstörten Haus.

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