Weniger Anzeigen in Österreich im ersten Halbjahr

16. Juli 2005, 16:13
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Aufklärungsrate leicht gestiegen - Innenministerin Prokop outet sich als "Technologiemuffel" - mit Grafik

Wien - Die Anzeigenstatistik vom ersten Halbjahr 2005 weist im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang aus. Konkret wurden nach am Sonntag vorgelegten Zahlen des Innenministeriums von Jänner bis Ende Juni 2005 insgesamt 302.697 Straftaten angezeigt. Das sind um 11.804 (3,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsrate ist leicht auf 39,6 Prozent gestiegen.

Innenministerin Liese Prokop (VP) dankte der Polizei dafür, "dass die neuen kriminellen Bedrohungsfelder nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern auch sofort erfolgreiche Gegenmaßnahmen ergriffen wurden". Ausdrücklich verwies Prokop auch auf neue technische Errungenschaften, wie den Sicherheitsmonitor, eine im Innenministerium entwickelte Software, die Verdachtsfälle in Echtzeit verarbeitet und so ein jederzeit aktuelles Lagebild ergibt.

Sich selbst outete Prokop Sonntagvormittag in der Ö3-Radiosendung "Frühstück bei mir" als "Technologiemuffel". Sie habe erst nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Dezember ihr erstes Handy bekommen, auch mit Laptops könne sie nicht viel anfangen. "Ein Laptop ist etwas Schönes, aber ich schau lieber jemanden an und red mit ihm", gestand die Innenministerin.

SP-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni sagte, dass seitens der Regierung noch viel zu tun sei, um zu den Erfolgen in der vergangenen Ära der SPÖ-Innenminister aufzuschließen. "Damals hatten wir eine Aufklärungsquote von 51,5 Prozent", meinte der Politiker. (simo, DER STANDARD - Printausgabe, 11. Juli 2005)

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    grafik: der standard
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