Jordaniens König: Frustration bei Arabern schürt Extremismus

13. Juli 2005, 16:06
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Nahost-Konflikt und Irak-Krieg als Hauptprobleme genannt

London - Die Welt muss nach Einschätzung von Jordaniens König Abdullah das Problem der Frustration in den Bevölkerungen der arabischen Ländern bewältigen, um erfolgreich die Gewalt durch Extremisten bekämpfen zu können. "Es gibt im gesamten Mittleren Osten eine enorme Frustration wegen des israelisch-palästinensischen Konflikts", sagte Abdullah am Samstag im US-Nachrichtensender CNN.

Dies sei der erste Punkt der von Extremisten genutzt werde, um die Spannungen zu erhöhen. "Der zweite ist der Irak. Wenn wir also diese Kernfragen bewältigen, erlaubt das, die Spannungen zu verringern. Aber gleichzeitig müssen wir die Lebensverhältnisse der Araber verbessern."

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Am Donnerstag waren im morgendlichen Berufsverkehr in der Londoner Innenstadt vier Sprengsätze in U-Bahnen und einem Bus detoniert. Mehr als 50 Menschen wurden getötet, Hunderte verletzt. Hinter den Anschlägen werden moslemische Extremisten vermutet. Drei Gruppen moslemischer Extremisten haben sich bisher zu den Anschlägen bekannt.

Abdullah sagte, die Anschläge seien umso schmerzhafter, weil sie im Namen des Islam verübt wurden. "Hinter jedem terroristischen Akt steckt eine Fatwa. Diese Menschen, die nichts mit dem Islam zu tun haben, versuchen, ihre Handlungen zu rechtfertigen, indem sie sich hinter der Religion verstecken."

Der König erläuterte, die Hälfte der Menschen in der arabischen Welt sei jung, arbeitslos und anfällig für die Botschaften extremistischer Anwerber. Die arabischen Regierungen müssten daran arbeiten, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Aber die internationale Gemeinschaft müsse die grundlegenden Fragen angehen, die die Wurzeln für den Extremismus seien. "Die Freiheit der Palästinenser und die Freiheit der Iraker werden als Boden für die Rekrutierung genutzt." (APA/Reuters)

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