Palästinenser wollen zusätzliche Hilfen für Gaza-Streifen verwenden

12. Juli 2005, 11:09
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Mehr als 60 Prozent leben unter der Armutsgrenze

Ramallah - Die palästinensische Regierung will in Aussicht gestellte zusätzliche Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft für den Aufbau des Gaza-Streifens nach dem geplanten Abzug Israels verwenden. Der palästinensische Wirtschaftsminister Mazen Sunukrot sagte am Samstag in Ramallah: "Wir benötigen diese Finanzen, um die Infrastruktur aufzubauen und für Projekte, die neue Arbeitsplätze schaffen." Der israelische Abzug soll nun am 17. August beginnen. Nach Angaben der Weltbank leben mehr als 60 Prozent der Palästinenser unter der Armutsgrenze.

Die Staats- und Regierungschefs der G-8 hatten auf ihrem Gipfel in Schottland die arabischen Staaten aufgefordert, "substanzielle Hilfe" für die Palästinenser zu leisten. Zum Abschluss des Gipfels der sieben führende Industriemächte und Russlands in Gleneagles begrüßten sie die Bemühungen des Sonderbeauftragten des Nahost-Quartetts (USA, UNO, EU, Russland), James Wolfensohn, um jährlich weitere drei Milliarden Dollar (2,51 Milliarden Euro) für die Palästinenser. Das Geld solle "in den kommenden Jahren" fließen, sagte der britische Premierminister Tony Blair. Einen genauen Zeitrahmen nannte Blair nicht. Die G-8-Staaten seien überzeugt, dass Israelis und Palästinenser in Frieden Seite an Seite leben können. Mit ihrer Finanzhilfe wollten die G-8 auch eine Alternative zum Terrorismus bieten. (APA/dpa)

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