Islamistische Prediger in London im Visier

9. Juli 2005, 16:57
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Hinweise auf Verbindungen zu Al Kaida

London - Nach den tödlichen Bombenanschlägen in London sind die zahlreichen dort tätigen islamistischen Prediger noch stärker ins Visier der Ermittler geraten. Die britische Hauptstadt London gilt als Hochburg der extremistischen Moslemprediger in Europa. Die meisten von ihnen sind allerdings mittlerweile im Gefängnis, stehen unter Hausarrest oder haben ihre Bewegung aufgelöst.

Der Palästinenser Abu Katada, mit richtigem Namen Omar Othman, wird von Geheimdiensten als Europa-Chef des Al-Kaida-Netzwerks von Osama bin Laden angesehen. In Jordanien wegen Beteiligung an einer Reihe von Anschlägen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, steht er derzeit unter Hausarrest, nachdem er zweieinhalb Jahre im Hochsicherheitsgefängnis von Belmarsh verbrachte. Er kam 1993 nach Großbritannien, wo er Asyl als politisch Verfolgter erhielt. Er machte sich unter anderem mit radikalislamischen Predigten in der Londoner Finsbury-Moschee einen Namen.

Kontakt zum Schuhbomber

Abu Katada soll Kontakte zum so genannten Schuhbomber Richard Reid sowie zu Zacarias Moussaoui unterhalten haben. Reid versuchte bei einem Flug über den Atlantik, eine in seinem Schuh versteckte Bombe zu zünden. Moussaoui hatte vor einem US-Gericht erklärt, er sei an der Planung der Anschläge des 11. September 2001 in den USA beteiligt gewesen.

Der gebürtige Syrer Omar Bakri ist Gründer der Gruppe Al-Muhajirun (Die Emigranten). Die inzwischen aufgelöste Organisation, der Verbindungen zu Al Kaida nachgesagt wurden, kämpfte für die Errichtung eines islamischen Weltreiches mit einem Kalifen an der Spitze. Bakri soll erklärt haben, dass er die Fahne des Islams über Downing Street 10 wehen sehen wolle.

Auch der gebürtige Ägypter Abu Hamsa El Masri stachelte in der Finsbury-Moschee zum Kampf gegen die "Ungläubigen" und zum Jihad auf. Der Prediger, der durch eine Heirat auch die britische Staatsbürgerschaft erwarb, wirkte in den Augen seiner Anhänger besonders glaubwürdig, weil er beim Kampf gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan beide Hände und ein Auge verlor. Inzwischen verfolgt die britische Justiz El Masri wegen Aufrufs zum Rassenhass, zum Mord und zum Terrorismus. (APA)

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