All Blacks erneut zu stark für Lions

25. Juli 2005, 12:43
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Rugby: Neuseeland ge­winnt auch dritten und letzten Test gegen Tou­risten - Lions-Ausrüster jubelt über Rekord­geschäft

Wien - Es kam wie allgemein erwartet: Neuseelands Rugby-Team gewann auch den dritten Vergleich mit den tourenden British and Irish Lions und damit die Testserie 3:0. Am Samstag setzte es für die Lions im verregneten Auckland ein 19:38 gegen erneut überlegene All Blacks, zum ersten Mal seit 22 gelang den Lions in einer Testserie kein einziger Erfolg.

Neuseelands Kapitän Tana Umaga sorgte im Eden Park für zwei von insgesamt fünf Tries (zusätzlich scorten Conrad Smith, Ali Williams und Rico Gear) und wurde zum Man of the Match gekürt. Die Lions starteten inspiriert und gingen durch zwei Penalty-Kicks von Stephen Jones rasch 6:0 in Führung, doch innerhalb weniger Minuten drehten die All Blacks vor 47.000 Zuschauern das Spiel und gingen ihrerseits 7:6 in Front. Von diesem Zeitpunkt an bestand eigentlich kein Zweifel mehr am Ausgang der Begegnung.

Mehr Schatten als Licht

Die Lions kämpften zwar verbissen, offenbarten aber erneut technische Defizite. Zudem wirkten sie im Vergleich zu den All Blacks hüftsteif und langsam. Dieser Unterlegenheit war man sich auch wohl bewusst und legte die Spielstrategie entsprechend an: aus Scrums, Lineouts und Rolling Mauls versuchten die Touristen ihre Angriffe zu lancieren. In dieser Manier gelang auch der einzige Try durch Lewis Moody, der in der zweiten Halbzeit über die Linie geschoben werden konnte.

Hoffnungsvolle Phasen für die Lions wurden immer wieder durch schlimme Fehler unterbrochen und die All Blacks nahmen diese Einladungen zu schnellen Breaks gerne an. Während sie ihre Chancen eiskalt nützten, konnten die Lions vor allem in der Anfangsphase so manche gute Gelegenheit nicht in Punkte ummünzen.

Der in der Heimat schwer in die Kritik geratene Lions-Coach Clive Woodward beharrte auch nach der dritten Niederlage seines Teams auf seiner Meinung, eine erfolgreiche Tour absolviert zu haben. "Es war eine großartige Erfahrung", meinte der Weltmeister-Trainer von 2003 um dann zuzugeben: "Das bessere Team hat gewonnen." Woodward verteidigte das Coaching-Team, welches gute Arbeit geleistet habe. Die sechs fähigsten Trainer des Vereinigten Königreichs seien mit an Bord gewesen, "wenn man jemandem Schuld zuweisen will, dann mir. Ich habe die Verantwortung."

Modefarbe Rot

Ein Erfolg war die Lions-Tour in jedem Fall für Ausrüster Adidas. Die Begeisterung um das Team schlug direkt auf das Merchandising-Geschäft durch, Lions-Trikots gingen weg wie warme Semmeln. "Das Lions-Jersey ist das bestverkaufte in der Rugby-Geschichte. Wir haben mehr Lions-Produkte abgesetzt, als solche von Real Madrid, AC Milan, Olympique Marseille und Bayern München", meinte ein Sprecher der Firma. (Michael Robausch)

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    Tana Umaga scort für die All Blacks.

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    All Black Sitiveni Sivivatu muss sich mit Lions-Anhängseln herumschlagen.

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