Mutmaßlicher Van Gogh-Mörder verzichtet auf Verteidigung

11. Juli 2005, 12:43
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Mohammed Bouyeri will seinem Prozess fernbleiben

Den Haag - Der mutmaßliche Mörder des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh, der aus Marokko stammende Niederländer Mohammed Bouyeri, verzichtet in seinem am Montag beginnenden Prozess auf Verteidigung. Überhaupt wolle er dem Prozess fernbleiben, berichtete der niederländische Fernsehsender NOS am Freitagabend unter Berufung auf Bouyeris Anwalt Peter Plasman. Bouyeri droht eine lebenslängliche Haftstrafe.

"Mein Mandant wird am Montag nicht freiwillig auftreten und will auch nicht verteidigt werden", sagte Plasman. Der Anwalt bestätigte, dass er an dem Prozess teilnehmen werde, aber keinerlei Maßnahmen zur Verteidigung von Bouyeri ergreifen werde. Er schloss nicht aus, dass der Richter Bouyeri gegen dessen Willen zum Erscheinen im Gerichtssaal zwingen könnte.

Anklage

Der militante Islamist Bouyeri (27) ist angeklagt, Van Gogh am 2. November 2004 auf offener Straße in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam zusammengeschlagen und erstochen zu haben. Der Regisseur hatte sich mit äußerst islam-kritischen Filmen einen Namen gemacht. Bouyeri konnte nach Angaben der Ermittler unmittelbar nach der Tat gefasst werden, als er flüchten wollte.

Bouyeri ist auch wegen versuchten Mordes an mehreren Passanten und Polizisten angeklagt. Außerdem wird ihm vorgeworfen, die niederländische Parlamentarierin Ayaan Hirsi Ali bei ihrer Arbeit behindert haben. Hirsi Ali ist Autorin des Kurzfilms "Submission" (Unterwerfung), in dem es um Unterdrückung moslemischer Frauen im Islam geht. (APA/AFP)

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