Kurdenmorde: Ahmadinejad Teil des "Terrorteams"

16. Juli 2005, 17:12
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Zukünftiger Präsident war laut "Zeuge D" Ersatzmann - Sollte Waffen besorgen

Wien - Ein inzwischen als "Zeuge D" bekannter iranischer Flüchtling hat gegenüber dem Wiener Nachrichtenmagazin "profil" den Vorwurf bekräftigt, dass der künftige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad in die Wiener Kurdenmorde verwickelt gewesen sei, denen 1989 der Chef der Kurdischen Demokratischen Partei/Iran, Abdul Rahman Ghassemlou, und zwei Mitarbeiter zum Opfer fielen.

Ahmadinejad sollte Waffen besorgen

"Es gab ein Verhandlungsteam und ein Terrorteam", so "Zeuge D" laut "profil"-Vorausmeldung vom Samstag. Mit Ahmadinejad als "Ersatzmann" habe das Terrorteam aus drei Personen bestanden. "Ahmadinejad war der Mittelsmann zwischen der iranischen Botschaft und dem Terrorteam. Er hatte auch die Aufgabe, die Waffen zu besorgen. Er hat sie von der Botschaft bis zum Haus, in dem die Morde begangen wurden, gebracht", sagte "Zeuge D".

Der neu gewählte iranische Präsident habe damals vor dem Haus gewartet; "wäre einer des Terrorkommandos ausgefallen, wäre er der Ersatzmann gewesen. Er ist aber nicht in Aktion getreten." Diese Behauptung hatte der Mann bereits am 20. Mai gegenüber dem Grünen- Politiker und Nationalratsabgeordneten Peter Pilz aufgestellt.

Quelle genannt

Als seine Quelle nannte er laut "profil" ein hochrangiges Mitglied der Revolutionsgarden namens Nasser Taighipoor. Vor rund dreieinhalb Jahren habe sich Taghipoor ihm gegenüber offenbart mit folgender Begründung: "Ich erwarte einen Auftrag, eine Reise. Und wenn ich zurück komme, dann musst du mir versprechen, dass du alles, was du heute hörst, vergisst. Aber wenn mir irgendetwas passieren sollte, darfst du die Informationen veröffentlichen." Einige Zeit später sei Taghipoor bei einem mysteriösen Tauchunfall ums Leben gekommen.

"Zeuge D" bestätigte gegenüber "profil", in der Causa Kurdenmorde inzwischen bereits vom österreichischen Innenministerium kontaktiert worden zu sein. Der Iran hat jede Verwicklung von Ahmadinejad in das Verbrechen inzwischen mehrfach vehement bestritten.

Ahmadinejad nicht am Tatort

Der aus anderer Quelle kommende Vorwurf, Ahmadinejad habe sich bei den Kurdenmorden direkt am Tatort aufgehalten und sei dabei selbst verletzt worden, entspreche nicht den Tatsachen, schreibt "profil" unter Berufung auf das Ergebnis eigener Recherchen. (APA)

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