Pilz-Vorwürfe in Teheran kein Thema

14. Juli 2005, 16:40
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Rücktritt von Atom-Chefverhandler Rohani als Routine dargestellt

Weiter gibt es im Iran eher Funkstille, was Reaktionen auf die vom Abgeordneten Peter Pilz erhobenen Anschuldigungen anbelangt, dass der neu gewählte iranische Präsident in die Wiener Kurdenmorde von 1989 verwickelt sei. Die Medien haben wenig darüber berichtet und sich nicht ernsthaft damit beschäftigt. Die konservative Zeitung Keyhan meinte lapidar - ohne näher auf die Vorwürfe einzugehen -, dass man wegen des klaren Kurses Mahmud Ahmadi-Nejads in Bezug auf Israel und USA in nächster Zeit mit noch mehr Unwahrheiten über den neuen Präsidenten rechnen müsse.

Auch der Rücktritt des Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats und Atomchefverhandlers Hassan Rohani, der im Ausland Spekulationen ausgelöst hat, regt hier niemanden auf: Dieser Posten wird erfahrungsgemäß vom neuen Präsidenten neu besetzt. Aber man rechnet in Teheran sehr wohl damit, dass der Iran bei neuen Verhandlungen über sein Atomprogramm eine unnachgiebige Haltung einnehmen wird. Aber innenpolitische Themen wurden auch im Iran von den Anschlägen in London kurzfristig von der Tagesordnung verdrängt, die einhellig, auch bei den Freitagsgebeten, verurteilt wurden. (DER STANDARD, Pritnausgabe, 9.7.2005)

Amir Loghmany aus Teheran
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