Dynamisches Duo: Frau und Technik

8. Juli 2005, 18:37
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Podiumsdiskussion der Fachhochschule St. Pölten: Eine Expertinnenrunde sprach mit Heidi Aichinger über Jobhürden und -chancen

Manchmal habe sie sich als "Quotenfrau" gefühlt, so Petra Raab, Diplomandin an der FH St. Pölten und einzige Studentin im Vertiefungsfach Telekommunikation. Nämlich dann, wenn sie bessere Leistungen erbracht habe als ihre Kollegen. "Dann hieß es, ,weil du eine Frau bist'." Raab ist im Projekt "Go4tech!" der FH St. Pölten eingebunden, einer von Dorothea Erharter geleiteten Initiative unter der Schirmherrschaft von HP-Personalchefin Silvia Buchinger. Go4tech! habe zum Ziel, mehr Frauen für technische Studiengänge zu begeistern. Dies u.a. auch mit Maßnahmen wie dem "Sommercampus", zu dem Mädchen zum "Schnuppern" eingeladen würden, so Raab.

Dorothea Erharter, Lehrbeauftragte an der FH St. Pölten und u. a. auch mit der Leitung von Usability-Projekten des Campus betraut, sei es wichtig, als Ansprechpartnerin "da zu sein". Grundsätzlich schätze sie das Gender-Bewusstsein unter den Studentinnen als "nicht sehr ausgeprägt" ein. Bewusst würde einem das oft erst im Berufsleben, so Erharter weiter. Deshalb sei es wichtig, junge Frauen "so früh wie möglich abzuholen", so Silvia Buchinger.

Sabine Fleischmann, Vertriebsleiterin bei Microsoft Österreich, die bei ihrem Berufseinstieg nicht nur als "Technikerin", sondern auch aufgrund ihres jungen Alters zu kämpfen hatte, stellte zur Diskussion, ob etwa Lehrer ihren Schülern genügend Informationen zu den heutigen technischen Berufen geben könnten. Aufklärung, die neuen Berufsbilder betreffend, und dies in jungen Jahren, halte sie für förderlich. Trotz Bewusstsein für Gender und Diversity habe sich an der "Technik-Frauenquote" bei Microsoft Österreich trotz Bemühungen nicht viel geändert. Auch Buchinger beklagt die wenigen Bewerbungen von Frauen in technischen Bereichen. Bei HP sei man dazu übergegangen, Mitarbeiterinnen direkt auf konkrete Positionen im Haus hinzuweisen. Es sei wichtig, Chancen dort wahrzunehmen, wo es Bedarf gebe. (haa, DER STANDARD, Print, 9./10.7.2005)

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