Berglandmilch baute 2004 unrentable Exporte ab

21. Juli 2005, 11:34
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Umsatz um fünf Prozent gesunken - Vorsteuergewinn etwas höher, Eigenkapitaldecke dicker

Wien - Die größte heimische Molkerei, die Berglandmilch, hat im Geschäftsjahr 2004 unrentables Geschäft vor allem im Export abgebaut und daher gut fünf Prozent an Umsatz verloren. Gleichzeitig hat die Genossenschaft ihren Vorsteuergewinn aber leicht steigern können. "Die Devise der Berglandmilch lautet ganz klar: Rentabilität vor Umsatz", sagte Josef Braunshofer, Geschäftsführer des oberösterreichischen Unternehmens bei seinem Jahrespressegespräch in Wien.

Unrentable Exporte abgebaut

Die Berglandmilch hat sich aus bestimmten Exportgeschäften zurückgezogen, die durch neue osteuropäische Konkurrenz unrentabel geworden sind - also etwa aus der Ausfuhr von großen Mengen Edamer nach Italien oder aus bestimmten Exportgeschäften von Haltbarmilch. In diesen Bereichen sei die Konkurrenz von viel billiger produzierenden Mitbewerbern einfach zu groß, meinte Braunshofer. Stattdessen wolle man künftig Käsespezialitäten etwa nach Griechenland oder Russland, aber auch in die neuen EU-Länder liefern. Fruchtjoghurt will man nach Spanien exportieren. Die Berglandmilch tut dies bereits und kann nach eigenen Angaben das Joghurt für mehr als 50 Tage haltbar machen - ohne Chemie, allein über die Verpackung und die Abfüllung in modernen, besonders hygienischen Anlagen, hieß es.

Umsatzrückgang

Im vergangenen Jahr hat die Berglandmilch einen Konzernumsatz von 510,8 Millionen Euro erzielt, was gegenüber 2003 einem Rückgang von 5,3 Prozent entspricht. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich auf 6,9 (6,7) Millionen Euro. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr an sieben Molkereistandorten und einem Trockenwerk mit 875 Arbeitnehmern 823 Mio. Kilo Milch verarbeitet. Dies entspricht etwa 28 Prozent des Milchaufkommens in Österreich.

Die Berglandmilch hat im vergangenen Jahr ihre Eigenkapitaldecke merklich gestärkt und die Eigenkapitalquote um fünf Prozentpunkte auf gut 48 Prozent erhöht. Dies sei in Erwartung mittelfristig steigender Zinsen geschehen, hieß es. Größere Akquisitionen seien "derzeit keine geplant, auch nicht die der NÖM", sagte Braunshofer scherzhaft. (APA)

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