ÖH: "Freier Uni-Zugang abgeschafft"

21. Juli 2005, 11:44
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Hochschülerschaft entsetzt, Rektoren erfreut - Nentwich-Bouchal: "Die sollen nur so weitermachen, das werden sich die Leute sicher merken"

"Nach einer halben Stunde Debatte ist nach 35 Jahren der freie Hochschulzugang abgeschafft worden" - Mit diesen Worten kommentierte die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), Rosa Nentwich-Bouchal (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS), den Beschluss zur Ermöglichung der Beschränkung des Uni-Zugangs in acht Fächern im Nationalrat. "Die sollen nur so weitermachen, das werden sich die Leute sicher merken", so Nentwich-Bouchal gegenüber der APA. Die Rektoren begrüßten hingegen den Nationalrats-Beschluss.

"Schlimmer als erwartet"

Die nun beschlossene Regelung sei "schlimmer als erwartet" ausgefallen, kritisierte die stellvertretende ÖH-Chefin Barbara Blaha (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ). Es seien mehr Fächer beschränkt worden, als es auf Grund des Numerus clausus in Deutschland notwendig gewesen wäre. Außerdem würden die Beschränkungen nicht nur Studienanfänger treffen können, sondern alle Studenten der betroffenen Studienzweige. Die Abgeordneten hätten die "Dimension des Ganzen nicht erkannt".

"Unabdingbare Notmaßnahmen"

Die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK) begrüßte dagegen die Regelung. Durch die Gesetzesänderung werde ein Zustand der Rechtsunsicherheit vermieden, hieß es in einer Aussendung. Die beschlossenen "Notmaßnahmen" seien "unabdingbar", würden aber nur als "Übergangsregelung" betrachtet. Für eine längerfristige Lösung des Zugangsproblems müssten Gespräche mit allen betroffenen Gruppen geführt werden. Gleichzeitig bedauerten die Rektoren, dass es zu keiner Vier-Parteien-Einigung im Parlament gekommen ist. (APA)

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