Elsass: Gentechnisch veränderte Weinstöcke werden angepflanzt

15. Juli 2005, 21:26
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Winzerverband fürchtet um den guten Ruf

Colmar - Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern und Winzern sollen im Elsass genveränderte Weinstöcke angepflanzt werden. Wie der Leiter des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts INRA in Colmar, Jean Masson, am Freitag mitteilte, haben die Forscher dieser Tage die notwendige Erlaubnis des Pariser Landwirtschaftsministeriums erhalten. Bedenken äußerte unterdessen der elsässische Winzerverband AVA, der Schaden für das "Renommee der Elsässer Weine" befürchtet.

Mit dem zunächst auf vier Jahre angelegten Experiment soll Masson zufolge geprüft werden, ob Weinstöcke dank Gentechnik vor der befürchteten Reisigkrankheit geschützt werden können - einer Virus-Erkrankung, die von Fadenwürmern in der Erde übertragen wird. Es gehe keineswegs darum, Genwein zu produzieren, betonte Masson gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Auch gebe es keine Gefahr einer Verunreinigung herkömmlicher Weinberge.

Die 70 gentechnisch veränderten Reb-Unterlagen werden Masson zufolge ab September auf einem Gelände der INRA geplanzt, das zwei Kilometer vom nächsten Weinberg entfernt liegt. Außerdem habe sich das Institut verpflichtet, die Blüten der Weinstöcke sofort zu entfernen. Es werde also keine Pollen geben, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verbreiten können. "Wir werden mit diesem Experiment weder Trauben noch Wein herstellen", versicherte der Wissenschaftler. (APA)

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