Forschung in luftiger Höhe

15. Juli 2005, 20:26
posten

Immer mehr Menschen sind in den Bergen unterwegs - alpinmedizinisches Symposium am Dachstein

Graz - Bergsport kann wesentlich zur Erhaltung der Gesundheit beitragen, kann diese aber auch drastisch gefährden. Mit den Auswirkungen des Bergtourismus auf den Gesundheitszustand beschäftigt sich am Freitag das Alpinmedizinische Symposium mit Experten unterschiedlicher Fachrichtungen in luftiger Höhe: Austragungsort ist die Dachstein-Seilbahnbergstation Hunerkogel auf 2.700 Metern.

Aufstiegshilfen und Pass-Straßen bis auf über 2.000 Meter machen "Gipfelerlebnisse" auch für Menschen, die sich den Aufstieg per pedes nicht antun würden, erreichbar, so dass heute mehr Menschen auf hohen Bergen unterwegs sind als jemals zuvor. Skifahren, Langlaufen, Wandern oder Klettern und dabei eine ganz besondere Fernsicht genießen: Mehr und mehr Menschen - und nicht nur Gesunde - zieht es für dieses Erlebnis in Höhen jenseits von 2.500 Metern. Doch nicht immer haben solche alpinen Exkurse in "dünner Luft" nur positive Auswirkungen, die Einsatzzahlen der Bergrettung sprechen für sich.

Offene Fragen

"Die Höhenmedizin ist ein Feld, das noch viele Fragen offen lässt", so der Grazer Internist, Höhenmedizin-Forscher und stellvertretende Vorsitzende der Arge Alpinmedizin, Wolfgang Domej. So wisse man beispielsweise noch wenig über die Auswirkungen von Höhenaufenthalten auf das Immunsystem, den Kreislauf oder die Vorgänge in Körper und Psyche, wenn Höhenschwindel eintritt. Können sich beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen verschlechtern wenn ein "Flachländer" in die Obersteiermark anreist und Tag darauf auf den Dachsteingletscher hinaufschwebt? Repräsentative Untersuchungen sind rar. Nicht zuletzt daher hat die Arge Alpinmedizin vor zehn Jahren das erste diesbezügliche Symposium initiiert, vor rund zwei Jahren hat sie eine Forschungsstation am Dachstein eingerichtet.

"Alpinmedizin im Wandel" nennt sich das von der Arge Alpinmedizin an der Karl-Franzens-Universität veranstaltete Symposium, in dem man den gesundheitlichen Aspekten und physiologischen Vorgängen im menschlichen Körper in Höhenlagen nachgeht. Ein Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre Forschungstätigkeit und neueste alpinemedizinische Aspekte aus dem Bereich der Augenmedizin, der Nierenfunktion, der Dermatologie bis hin zu Untersuchungen zum Einfluss der Höhe auf Kinder sind Themen der aktuellen Tagung. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.