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14. Juli 2005, 15:31
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Siegrun Appelt lässt das Kunsthaus Bregenz in den Sommernächten als Lichtskulptur erstrahlen

Bregenz - Die Vorarlberger Künstlerin Siegrun Appelt verwandelt das Kunsthaus Bregenz in den Sommernächten 2005 in eine hell leuchtende Lichtskulptur. Vom Abend des 8. Juli bis zum 4. September wird das Kunsthaus täglich von 22 Uhr bis Mitternacht in hellem Licht erstrahlen. Appelts Arbeit steht in der langjährigen künstlerischen Tradition der Auseinandersetzung mit der gläsernen Außenhaut des Gebäudes und dem öffentlichen Raum in Vorarlberg.

Das Projekt besteht aus drei Werkelementen. Das Kernstück bilden 144 lichtstarke Außenleuchten mit einem Lichtstrom von 200.000 Lumen pro Strahler und einer Gesamtleistung von 288 Kilowatt. Auf allen vier Seiten des Kunsthauses werden je 36 Strahler aus dem Lichtgraben des Untergeschosses im Zwischenraum der Fassade gegen den Himmel leuchten. Während der ersten 15 Minuten werden alle Scheinwerfer zugleich strahlen und insgesamt 288 Kilowatt Strom verbrauchen. Nach dieser Einleuchtungsphase beginnt das Licht dann allmählich in einem Rhythmus von etwa dreißig Minuten um das Kunsthaus zu wandern. Jede der vier Fassadenseiten leuchtet rund acht Minuten, bevor das Licht um die Ecke verschwindet.

Die Stromspender

In die Arbeit von Appelt miteinbezogen sind zahlreiche Orte in ganz Vorarlberg. Jeden Abend werden zwischen 22.00 und 22.15 Uhr an markanten Punkten im Land die Lichter abgeschaltet. Der Strombedarf für die Außenbeleuchtung einer Reihe von öffentlichen Gebäuden, Industrieanlagen, Kirchen, Privathäusern und historischen Gebäuden wird in Summe dem Strombedarf von 288 Kilowatt für die Installation im Kunsthaus Bregenz entsprechen. Damit erhält Appelts skulpturale Inszenierung an verschiedenen Orten in Vorarlberg ihre konzeptuelle Entsprechung.

Siegrun Appelts Arbeiten drehen sich um Faktoren der kulturellen Wahrnehmung von Licht und Räumen. In den vergangenen Jahren begann ihre Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen der so genannten Lichtverschmutzung, also von Licht zur Akzentuierung von Kirchen und Schlössern, aber auch von Geschäften und Industrieanlagen. Es geht dabei um jene Lichtglocke über Städten und Ballungsräumen, die durch das Streu- und Reflexionslicht künstlicher Anlagen erzeugt wird. (APA)

  • Artikelbild
    foto: rudolf sagmeister
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