Taliban: Briten zahlen für das Böse der Regierung

13. Juli 2005, 12:46
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"Weder traurig noch glücklich" über Attentate - "Haben mit Explosionen nichts zu tun"

Spin Boldak - Das britische Volk hat nach den Worten eines Taliban-Sprechers mit den Anschlägen von London für das Böse seiner Regierenden bezahlt. Die radikal-islamische Taliban-Bewegung in Afghanistan habe aber nichts mit den Attentaten zu tun, sagte ihr Sprecher Abdul Latif Hakimi am Freitag per Telefon von einem unbekannten Ort aus.

"Das Volk Großbritanniens hat den Ärger nur wegen der bösen Taten ihrer Anführer", sagte er. Die Taliban seien weder traurig noch glücklich über die Anschläge, bei denen am Donnerstag nach offiziellen Angaben mindestens 37 Menschen starben und rund 700 verletzt wurden. "Hätten sich die Explosionen gegen britische Militärziele gerichtet oder der britischen Regierung Verluste zugefügt, dann wären wir sehr glücklich gewesen", sagte Hakimi. Taliban-Kämpfer würden britische Truppen in Afghanistan angreifen, sie seien aber nicht in die Londoner Anschläge verwickelt. "Wir nehmen Rache an Großbritannien in Afghanistan, nichtsdestotrotz haben wir mit diesen Explosionen nichts zu tun."

Großbritannien hat in Afghanistan rund 1000 Soldaten stationiert und will weitere 400 im nächsten Jahr dorthin entsenden, wenn es das Kommando über die 8500 Mann starke NATO-Friedenstruppe ISAF übernimmt. Neben der NATO-Truppe haben die USA 20.000 Soldaten in dem Land, mit denen sie die Taliban bekämpfen.

Diese waren Ende 2001 mit Hilfe der USA von der Macht in Afghanistan vertrieben worden, weil sie dem Moslem-Extremisten Osama bin Laden Unterschlupf gewährt hatte. Bin Ladens Al-Kaida-Organisation verübte die Anschläge auf New York und Washington im Jahr 2001. Sie steht auch im Verdacht, an den Anschlägen in London beteiligt zu sein.

Hakimi warf Großbritannien vor, die Moslems auf der ganzen Welt zu unterdrücken. "Das britische Volk sollte die Gründe für die Explosionen herausfinden", sagte er, "denn Großbritannien unterdrückt die Moslems in der ganzen Welt und hat die USA bei ihrer unrechtmäßigen Besetzung Afghanistans unterstützt". (APA/Reuters)

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