Nachlese: FMA-Vorstand für Regulierung

22. November 2005, 16:46
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Kurt Pribil will neue Regeln im internationalen Gleichklang - In Österreich Emission von Single-Fonds verboten

Wien - Kurt Pribil, Vorstand der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA), ist für eine Regulierung von Hedge-Fonds. Aber sie müsse international im Gleichklang geschehen. "Sonst gehen die Fonds in die USA oder in die Karibik", meint Pribil im am Freitag erschienenen neuen "Format".

"Wir arbeiten in Europa bereits an Standards und werden dies Ende des Jahres mit den US-Behörden besprechen", so der Finanzmarktaufseher. Offshore-Zentren werde es zwar immer geben, "aber die Macht des Faktischen ist höher, wenn sich EU und USA zusammentun".

Die Hedge Fonds sind zuletzt ins Visier der Politik geraten. Pribil sieht mehrere Gründe dafür: Erstens sei das Volumen enorm gestiegen, "zweitens wenden sie sich jetzt auch an Kleinanleger, die über Risiko und Gebühren oft nicht aufgeklärt werden." Aktueller Anlass sei die versuchte Übernahme der Deutschen Börse gewesen.

Nahezu unbegrenzte Anlagemöglichkeiten

Die Anlagemöglichkeiten dieser Fonds seien fast unbegrenzt, und es gebe dafür keine Regeln. Außerdem spekulieren Hedge Fonds viel. Sie setzen etwa auf fallende Kurse oder tätigen "Leerverkäufe" von Aktien, die sie nur geliehen haben. Im Extremfall kann es passieren, dass die Strategien nicht aufgehen, sodass für die Kleinanleger nichts übrig bleibt, illustriert Pribil, was so bedenklich ist an solchen Fonds. "Hedgefonds haben aber auch positive Aspekte", ergänzt er, "da sie die Märkte effizienter machen und zum Risiko-Sharing beitragen".

In Österreich sei es verboten, Hedge-Fonds aufzulegen, "weil ihre Risikostruktur nicht dem österreichischen Investmentfondsgesetz entspricht und sie zu riskant für kleine Anleger sind", so der FMA-Vorstand. "Die Produkte an sich können wir nicht verbieten."

Keine Emission von Single-Hedge-Fonds

Zur Erläuterung: In Österreich ist wie berichtet nur der Vertrieb von Hedge-Fonds möglich. Aufgelegt werden dürfen auch Dachfonds, die in Hedge-Fonds investieren. Nicht möglich ist laut Investmentfondsgesetz die Emission von Single-Hedge-Fonds.

Per Februar 2004 wurde in Österreich das Investmentfondsgesetz novelliert. Mit dem so genannten "§ 20a-Fonds" wurde damals die Möglichkeit geschaffen, auf nationaler Ebene Dach-Hedge-Fonds ("Andere Sondervermögen") aufzulegen, die unter anderem auch in Fonds veranlagen dürfen, die wiederum in alternative Investments (u.a. in Hedge-Fonds) investieren. (APA)

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