Unaxis-Übernahme bei Kartellgericht

27. Juli 2005, 11:45
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Halbleiter-Bereich soll laut Medienberichten restrukturiert und für Börsegang ab 2006 vorbereitet werden - Zukäufe geplant

Wien - Die österreichische Beteiligungsgesellschaft Victory der Industriellen Mirko Kovats und Ronny Pecik hat die 56-prozentige Übernahme des Schweizer Technologiekonzerns Unaxis beim Kartellgericht in Wien angemeldet. Dies geht aus einer Anzeige des Oberlandesgerichts im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" (Freitag) hervor. Die Stellungnahmefrist läuft zwei Wochen. Mit Einwänden ist nicht zu rechnen. Die neuen Eigentümer bereiten bereits die Restrukturierung vor.

Wie berichtet, soll nach der Mehrheitsübernahme das größte Sorgenkind des Konzerns, die Halbleiter-Sparte, nicht wie geplant verkauft werden. Stattdessen soll laut "WirtschaftsBlatt" von Freitag nun ein Spin-off vorbereitet werden. Verhandlungen mit Interessenten seien beendet worden. Der Halbleiter-Bereich werde nun schonend restrukturiert und für einen eigenen Börsegang hergerichtet, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Kovats. Analysten kommentierten es mit Zurückhaltung, dass Unaxis sein Halbleitergeschäft ungeachtet von Kaufangeboten behalten will, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) am Freitag: Sie gehen davon aus, dass Unaxis keinen zufriedenstellenden Preis erzielen konnte.

Mit dem Börsegang ist laut "WirtschaftsBlatt" frühestens im nächsten Jahr zu rechnen. Wie viele Mitarbeiter bis dahin abgebaut werden, ist unklar. Fix scheine allerdings, dass der kleinere Bereich Displays, der zwar technologisch führend, aber ebenfalls defizitär ist, bald abgestoßen werde, so die Zeitung.

In anderen Bereichen will Kovats dagegen mit Unaxis kräftig expandieren. Der Manager stellte Zukäufe für alle Divisionen in Aussicht, also auch für die profitablen Bereiche Dünnschicht- und Vakuumtechnologie. Ein Merger zwischen Unaxis und seinem österreichischen Industriekonzern A-Tec (rund 7000 Mitarbeiter und eine Milliarde Euro Umsatz) sei derzeit kein Thema, so Kovats.

Die Victory verfügt derzeit über rund 42 Prozent der Unaxis-Stimmen und will bis zum 2. September weitere rund 14 Prozent vom Gründungsaktionär, der Familie Anda-Bührle, übernehmen. Dazu kommen Optionen, die zum Kauf von 8,7 Prozent der Aktien berechtigen.

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