Erste Beteuerungen über "Kurzschluss" in U-Bahn sollten Massenpanik verhindern

12. Juli 2005, 17:16
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Guardian: "PR-Trick" - Innenminister verschaffte sich dadurch Zeit, um Informationen zu sammeln

London - Mit einem "Propagandatrick" haben die britischen Behörden nach Informationen der Tageszeitung "The Guardian" (Freitagausgabe) kurz nach den Terroranschlägen in London versucht, eine Massenpanik zu verhindern. Die ersten Beteuerungen der Bahnpolizei, wonach sich die Explosionen in mehreren U-Bahnen auf einen "Kurzschluss" zurückführen ließen, sollten demnach die Bevölkerung beruhigen und gehörten zum Masterplan für den Fall eines großen Terroranschlags.

"Als ich das Wort "Kurzschluss" hörte, wusste ich, das war ein PR-Trick", sagte eine Quelle bei der Londoner U-Bahn der Zeitung. "Die drei (betroffenen) Bahnhöfe sind an unterschiedliche Stromnetze angeschlossen." Den Berichten zufolge verschaffte sich der britische Innenminister Charles Clarke dadurch auch zusätzlich Zeit, um Informationen zu sammeln und zu prüfen, welche Sondervollmachten er benötigte.

Bei dem folgenschwersten Terroranschlag in Großbritannien seit dem Attentat auf einen PanAm-Jumbo über dem schottischen Lockerbie vor 17 Jahren waren am Donnerstagmorgen mindesten 37 Menschen ums Leben gekommen. 700 Menschen wurden verletzt, 45 davon schwer. Nach Angaben des australischen Premier John Howard seien sogar 52 Menschen getötet worden. (APA/dpa)

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