AKNÖ warnt vor Kreditanbietern im Internet

17. Juli 2005, 09:46
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"Angebote unrealistisch und undurchsichtig"

Vor Kreditanbietern im Internet warnte die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) am Freitag in einer Aussendung. "Die Angebote sind unrealistisch und undurchsichtig", kritisierte Konsumentenschützerin Eva Schreiber. Bevor derlei Angebote genützt werden, sollten die in Finanznot geratenen Verbraucher lieber eine Schuldnerberatung aufsuchen.

Bis zu 200 Euro

Bis zu 200 Euro würden Online-Kreditvermittler verlangen - und dafür Darlehen versprechen, ohne vorher die Kreditwürdigkeit der Kunden zu prüfen. Schreiber rät von Geschäften dieser Art ab: "Die Kreditgeber fragen nicht nach, sondern gewähren angeblich sofort einen Kredit. Erfahrungsgemäß werden die Konsumenten auf diese Art nur rasch ihr Geld los, aber sonst passiert nichts."

"Keine Bank verschenkt Geld"

Die AKNÖ nannte diesbezüglich das Internet-Unternehmen http://www.darlehen24.org. Auf dieser Homepage werde den Kreditsuchenden Mut gemacht: 50 Darlehensanbieter auf der ganzen Welt bekommen die Daten der Kunden per Mail zugeschickt. Doch die AKNÖ-Finanzexperten sehen darin keine Lösung für Geldprobleme: "Keine Bank verschenkt Geld. Wer in Österreich nirgendwo einen Kredit bekommt, wird auch in Spanien von einer seriösen Bank keinen bekommen. Und schon gar nicht ohne Auskunft über seine Finanzverhältnisse."

Umschulden alleine bringt nichts

Der Weg zur Schuldnerberatung ist laut AKNÖ im Fall von massiven Finanzschwierigkeiten der optimale Weg. Schreiber: "Umschulden allein bringt überhaupt nichts. Finanzberater raten oft dazu, mit einem großen Kredit viele kleine zu tilgen, aber auch hier kommt die nächste Rate bestimmt." Nach Angaben der AKNÖ sind etwa 100.000 österreichische Haushalte mit insgesamt 80 Mrd. Euro verschuldet.(APA)

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